Äquivalenzziffernkalkulation – Kalkulationsmethode

Die Äquivalenzziffernkalkulation eignet sich für den Fall, dass ein Produkt in mehreren Varianten (Sorten) hergestellt wird. Darüber hinaus lässt sich die Kalkulationsmethode für den Fall weniger sehr ähnlicher Produkte nutzen, denn:

Um eine Äquivalenzziffernkalkulation durchführen zu können, sind die einzelnen Sorten des Produktes in eine sinnvolle Relation zueinander zu setzen. Aus dieser Relation heraus ergeben sich dann die benötigten Äquivalenzziffern. Schauen Sie sich dazu das folgende einfache Beispiel an:

Ist eine Sorte A beispielsweise doppelt so groß wie eine Sorte B, ansonsten sind die Sorten aber identisch, dann muss Sorte A doppelt so viel Materialkosten tragen wie Sorte B. Die Äquivalenzziffer der Sorte A beträgt in diesem Fall also 2 (wenn Sorte B die Ziffer 1 hat). Dabei bezieht sie sich rein auf die Materialkosten. Alternativ können Sie auch der Sorte A die Äquivalenzziffer 1 zuordnen. Dann muss die Ziffer der Sorte B natürlich den Wert 0,5 tragen.

Ist eine Sorte A aufwendiger zu produzieren als eine Sorte B und benötigt deshalb 50 % mehr Bearbeitungszeit, sind die Sorten ansonsten aber identisch, dann muss Sorte A 50 % mehr Fertigungskosten tragen als Sorte B. Somit ist die Äquivalenzziffer von A dann 1,5, die Äquivalenzziffer von B ist 1,0.

Kosten- und Leistungsrechnung - Äquivalenzziffernkalkulation
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ÄquivalenzziffernkalkulationSomit sehen Sie, dass Sie für einzelne Kostenarten durchaus unterschiedliche Äquivalenzziffern bilden können. Entscheidend ist, dass Sie die Varianten oder Sorten in eine sinnvolle Beziehung zu einander setzen können. Denn nur so lassen sich die Ziffern auch tatsächlich sauber begründen.

Äquivalenzziffernkalkulation in der Praxis

In der Praxis scheitert die Methode häufig daran, objektive Relationen der Sorten zueinander zu finden. Für den seltenen Fall, dass dies jedoch gelingt, stellt sie eine einfache Möglichkeit zur Produkt- bzw. Leistungskalkulation dar.

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Ergänzend zur Sortenproduktion ist die Kalkulation mit Äquivalenzziffern auch bei artähnlichen Produkten denkbar, die gemeinsame Merkmale aufweisen. Wenn Sie z.B. Obst anbauen, dann unterscheiden sich der Anbau von Äpfel und der Anbau von Birnen zwar. Allerdings sollte es gelingen, ein Kilogramm Äpfel und ein Kilogramm Birnen zueinander in eine Relation hinsichtlich des Anbau- , Pflege- und Enteaufwands zu bringen. Und damit ist die Äquivalenzziffernkalkulaktion auch dann wieder anwendbar. Jedoch setzt die Anwendung der Methode voraus, dass Sie die Gesamthöhe der zu verrechnenden Kosten kennen.

Letztlich sollten Sie aber bedenken, dass diese Art der Kalkulation in der Regel nicht den ganzen Produktionsprozess betrifft. Stattdessen lassen sich nur einzelne Teile daraus in sinnvolle Relationen setzen. Der Rest der Kalkulation muss dann meist klassisch über eine Zuschlagskalkulation erfolgen.