Ansatz des Zielkostenmanagements

Kennen Sie den Ansatz des Zielkostenmanagements? Das Target Costing (Zielkostenmanagement) ist ein marktorientiertes Konzept des strategischen Kostenmanagements bzw. der strategischen Kostenanalyse. Es stammt aus Japan und wurde dort in den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Hintergrund damals war der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen. Und so entschied sich die japanische Automobilindustrie dazu, neue Wege zu verfolgen, um an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Als ein Ergebnis entstand das viel diskutierte Zielkostenmanagement, das auch heute noch aktuell ist und in vielen Unternehmen Anwendung findet.

Marktorientiertes Konzept der Kostenanalyse bedeutet, dass man sich von der Betrachtungsweise her nicht die Frage stellt „Was wird ein Produkt kosten?“ (Technology-Driven costing), sondern „Was darf ein Produkt kosten?“ (Market-Driven costing). Statt den Preis über das traditionelle Schema Preis = Selbstkosten + Gewinnzuschlag zu ermitteln, ist beim Target Costing der maximal am Markt erzielbare Preis als Ausgangspunkt säntlicher Überlegungen anzusetzen. Von diesem zieht man dann die gewünschte Zielrendite ab. Der verbleibende Betrag stellt die maximalen Zielkosten (allowable costs) der Produkte dar. Diese Vorgehensweise setzt jedoch umfangreiche Marktbeobachtungen voraus. Außerdem ist diese Methodik nur anwendbar, wenn es bereits vergleichbare Produkte und Preise am Markt gibt. Für stark innovative Produktkonzepte eignet sich das Target Costing dagegen weniger

Durch die Vorgehensweise des Target Costing versucht man, insbesondere auf die Kosten bereits in der Produktentwicklungsphase einzuwirken. Denn im Nachhinein lassen sich viele Kosten nur noch schwierig beeinflussen. Somit eignet sich das Verfahren sehr gut für Produktneuentwicklungen. Aber auch bei Redesigns von Produkten lässt sich das Zielkostenmanagement sehr gut verwenden. Entscheidend ist, dass Sie eine grobe Vorstellung vom Aussehen und den Eigenschaften des Produktes haben. Also muss zumindest ein Prototyp des Produktes existieren. Denn nur so ist der potenzielle Kunde auch in der Lage, eine Werteinschätzung abzugeben.

Hinweis zum Ansatz des Zielkostenmanagements:

Neben dem marktorientierten Ansatz im Target Costing existieren noch der ingenieurwissenschaftliche und der produktfunktionsorientierte Ansatz, die in unterschiedlichen Zusammenhängen entstanden sind.

Ingenieurwissenschaftlicher Ansatz des Zielkostenmanagements:

Der ingenieurwissenschaftliche Ansatz folgt einer Kombination der marktorientierten Zielkostenbestimmung mit der produktionstechnischen Planung unter Einbezug des technologischen Wissens. Während der Produktentwicklung werden regelmäßig Kostenschätzungen mit dem Ziel durchgeführt, eine kontinuierliche Senkung der Produktionskosten zu erreichen. Dies geschieht solange, bis das Zielkostenniveau erreichbar ist, das zuzüglich des Gewinnzuschlags einen am Markt durchsetzbaren Preis ergibt.

Produktfunktionsorientierter Ansatz des Zielkostenmanagements:

Der produktfunktionsorientierte Ansatz zielt auf eine Zerlegung der Funktionen eines Produktes und der Ermittlung ihrer Bedeutung als Schwerpunkt ab.

(Literaturhinweis: Zu den unterschiedlichen Ansätzen siehe (inkl. Amazon-Verlinkung): Preißner, Andreas: Praxiswissen Controlling, 5. Auflage, München, Carl Hanser Verlag, 2008, S. 283 ff., Praxiswissen Controlling: Grundlagen – Werkzeuge – Anwendungen )

Praxiswissen Controlling - Ansatz des Zielkostenmanagements
Link zu Amazon

Ansatz des Zielkostenmanagements