Aufbau des Target Costing

Der Aufbau des Target Costing (Zielkostenmanagements) vollzieht sich in drei Basisschritten. Der erste dient der Zielkostenfindung des zukünftigen Produkts. Darauf folgt der zweite Schritt mit der Aufgabe der Zielkostenspaltung. Und schließlich folgt der Schritt der Zielkostenerreichung. Die nachstehende Abbildung gibt einen schnellen Überblick über die einzelnen Schritte bzw. Phasen.

 Zielkostenmanagement und Target Costing

(Literaturhinweis: Langenbeck, Jochen: Kosten- und Leistungsrechnung, Ort: Herne, Verlag: nwb, 2008, S. 213., direkter Link zum Amazon-Angebot: Kosten- und Leistungsrechnung: Grundlagen. Vollkostenrechnung. Teilkostenrechnung. Plankostenrechnung. Prozesskostenrechnung. Zielkostenrechnung. Kosten-Controlling )

Die Zielkosten des Produktes sind somit in der Regel aus dem Zielpreis abzuleiten und anschließend auf die Produktfunktionen bzw. Produktkomponenten zu verteilen. Somit ist die Zielkostenrechnung in erster Linie für Produkte der industriellen Fertigung gedacht, die sich aus mehreren Komponenten zusammensetzen. Der Ansatz des Target Costing lässt sich aber auch auf das Handwerk und den Dienstleistungssektor übertragen. Dazu sind die Handwerkerleistung bzw. die Dienstleistung in mehrere Teilleistungen zu gliedern.

Ermittlung der Zielkosten im Target Costing

Um die Zielkosten ermitteln zu können, ist zunächst der Zielpreis zu bestimmen,. Aus diesem lassen sich dann unter Berücksichtigung der Zielrendite die Zielkosten errechnen.

Ermittlung des Zielpreises im Target Costing

Erster Schritt bei einer Neuprodukteinführung ist eine ausführliche Marktanalyse. Dabei ist festzustellen, welche Eigenschaften das neue Produkt haben soll und wie viel die Kunden dafür zu zahlen bereit sind. Hierfür ist als Grundvoraussetzung die Existenz eines Prototypen zu nennen. Denn nur so sind die potenziellen Kunden in der Lage, Aussagen zur Funktionalität oder zu Preisbereitschaften zu tätigen. Als Ergebnis bestimmt man einen Zielpreis für das Produkt. Diese Methode der Zielpreisfindung heißt auch „Market into Company“ und ist die am häufigsten angewandte Methode. Daneben existieren noch folgende Ansätze:

Ermittlung der Zielrendite im Zielkostenmanagement

Die Zielrendite wird im Target Costing hauptsächlich in Form der Umsatzrendite (RoS = Return on Sales = EBIT/Umsatz) gemessen. Diese Größe bietet sich an, weil die Folgeberechnungen davon ausgehen, dass der Zielpreis für das Produkt in einem ersten Schritt ermittelt wurde und damit bekannt ist. Die Zielrendite, die eine dimensionslose Größe ist (als Quotient von zwei Geldgrößen), muss dann mit dem Zielpreis multipliziert werden, um eine Rendite zu erhalten, die in einer Geldgröße gemessen ist.

Beispiel: Bei einem Planumsatz von 1 Mio Euro und einen Plan-EBIT von 100.000 Euro ergibt sich eine Zielrendite von 10%. Werden diese 10% multipliziert mit dem Zielpreis eines Produktes, sagen wir einmal 200 Euro, ergibt sich eine Rendite von 20 Euro.

Ermittlung der Zielkosten (allowable costs)

Die Zielkosten ergeben sich, indem man vom Zielpreis die Zielrendite subtrahiert.

Zielpreis – Zielrendite = Zielkosten (allowable costs)

In obigem Beispiel kommen wir somit nach Abzug der Rendite von 20 Euro vom Zielpreis von 200 Euro auf Zielkosten von 180 Euro.

(Literaturhinweis: Coenenberg, Adolf G.; Fischer, Thomas M.; Günther Thomas: Kostenrechnung und Kostenanalyse, 6. Auflage, Ort: Stuttgart; Verlag: Schäfer/Poeschel, Jahr: 2007, S. 531 und S.553.)