Aufgaben und Teilgebiete des Rechnungswesens

Die Aufgaben und Teilgebiete des Rechnungswesens sind sehr vielfältig. Das Rechungswesen setzt sich aus zahlreichen Teilrechnungen zusammen, die entweder der Gruppe des externen Rechnungswesens oder der Gruppe des internen Rechnungswesens zuzuordnen sind. Das externe Rechnungswesen wird oft auch im Betriebsalltag als Buchhaltung oder Fibu (Finanzbuchhaltung) bezeichnet, obwohl es sich dabei nur um ein Teilgebiet im externen Rechnungswesen handelt. Sowohl das externe Rechnungswesen als auch das interne Rechnungswesen lassen sich in regelmäßige und in fallweise Rechnungen gliedern.

Zu den regelmäßigen Rechnungen im externen Rechnungswesen gehören bspw.

Aufgaben und Teilgebiete des Rechnungswesens - Rechnungswesen leicht gemacht
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    1. die kaufmännische Buchhaltung, bestehend aus Jahresabschluss, Steuerbilanz und Konzernabschluss,
    2. der Jahresabschluss, bestehend aus der Gewinn- und Verlustrechnung, der Handelsbilanz und dem Anhang sowie einem eventuellem Lagebericht,
    3. Nebenrechnungen wie der Kapitalflussrechnung.

Buchhaltung kommt besondere Aufgabe zu

Besonders hervorzuheben als Teilrechnung im externen Rechnungswesen ist die sogenannte Buchhaltung. Sie umfasst die regelmäßige Buchführung, aber auch die Erstellung von Bilanz und GuV (Gewinn- und Verlustrechnung). Oftmals wird mit dem Begriff Buchhaltung auch die Abteilung im Unternehmen bezeichnet, die sich mit dem externen Rechnungswesen beschäftigt. Der Begriff der Buchhaltung umfasst somit sowohl das Personal im externen Rechnungswesen als auch die Tätigkeit der doppelten Buchführung.

Aber warum ist die Buchhaltung so wichtig? Dies liegt daran, dass es für das externe Rechnungswesen besonders viele gesetzliche Vorschriften zu beachten gibt. Und eine davon ist die Pflicht, überhaupt Bücher führen zu müssen. Folglich ist die Buchhaltung für jedes Unternehmen unverzichtbar. Das zeigt sich auch in jedem BWL-Studium. Dort sind die Inhalte Buchführung, Bilanzierung und oftmals auch die Bilanzanalyse aus dem Studienprogramm nicht wegzudenken. Eine weitere wichtige Vorschrift ist der Zwang, eine doppelte Buchführung zu gewährleisten. Doppelte Buchführung bedeutet, dass jeder Geschäftsvorfall in der Buchhaltung doppelt zu erfassen ist. Lettlich führt dies dazu, dass jeder Geschäftsvorfall (mindestens) zwei Konten betrifft.

Auf dieser Website spielen die Buchhaltung und die doppelte Buchführung aber nur eine untergeordnete Rolle. Denn hier sollen die Kostenrechnung und das Kostenmanagement im Mittelpunkt stehen, die zum internen Rechnungswesen gehören. Aber bleiben wir zunächst einmal beim externen Rechnungswesen.

Zu den fallweisen Rechnungen des externen Rechnungswesens gehören bspw.

      1. Kreditstatusprüfungen,
      2. die Erstellung von Sonderbilanzen oder
      3. Betriebsvermögensrechnungen und
      4. Unternehmensbewertungen.

Von einer Sonderbilanz wird gesprochen, wenn Gewinn- und Verlustrechnung bzw. Bilanz außerhalb des klassischen Berechnungszyklus zu erstellen sind. So muss beispielsweise eine Bilanz als Basis einer Unternehmensbewertung erstellt werden. Eine Unternehmensbewertung ist immer erforderlich, wenn ein Unternehmen als Ganzes oder zu Teilen zum Verkauf steht. Außerdem ist häufig eine Unternehmensbewertung vorzunehmen, wenn ein Unternehmen zur Finanzierung einen größeren Kredit beantragt.

Aufgaben im internen Rechnungswesen

Zu den regelmäßigen Rechnungen im internen Rechnungswesen zählen

    1. die Finanzrechnungen (z.B. die Finanzplanung) und
    2. die Kosten- und Leistungsrechnung.

Zu den fallweisen Rechnungen des internen Rechnungswesens zählen

      1. Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnungen sowie
      2. spezielle Auftragskalkulationen oder
      3. Jahresabschlussanalysen.

Sonderrechnungen als Folge der Aufgaben und Teilgebiete des Rechnungswesens

Darüber hinaus gibt es auch noch Sonderrechnungen wie die Anlagenbuchhaltung, die Materialabrechnung oder die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Die Kostenrechnung, auch Kosten- und Leistungsrechnung ist somit Teil des internen Rechnungswesens. Wie bei allen Rechnungen des internen Rechnungswesens handelt es sich um eine freiwillige Rechnung. Das heißt, es gibt keine gesetzliche Vorschrift, dass eine solche Abrechnung vorzunehmen ist. Damit unterscheidet sich das interne Rechnungswesen deutlich von den gesetzlichen Anforderungen im externen Rechnungswesen. Denken Sie nur an die Regelungen zur doppelten Buchführung im Rahmen der Fibu oder an die Vorschriften zur Erstellung einer Bilanz oder einer GuV (Gewinn- und Verlustrechnung).

Allgemeine Aufgaben im Rechnungswesen

Die Vielzahl der Rechnungskonzepte innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens lässt sich mit der großen Vielfalt an Aufgaben begründen, die das Rechnungswesen zu erfüllen hat.

Generell übernimmt das betriebliche Rechnungswesen

    1. Kontroll-,
    2. Planungs- und Steuerungs- sowie
    3. Dokumentationsaufgaben.

Die Kontrollaufgaben beziehen sich in erster Linie auf die Wirtschaftlichkeit, die Rentabilität und die Liquidität des Unternehmens bzw. einzelner Teilbereiche des Betriebes. Aber auch die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens kann mit einer eigenen Rechnung kontrolliert und überwacht werden.

Die Planungs- und Steuerungsaufgaben drücken sich durch die Bereitstellung von Unterlagen und Informationen bzgl. kurz- oder langfristiger Entscheidungen aus, die einen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens haben. Dazu gehören bspw. die Festlegungen von geforderten Mindestpreisen für die Preispolitik des Unternehmens oder die Unterstützung bei der Budgetierung.

Dokumentationsaufgaben zielen dagegen eher auf die gesetzlich vorgeschriebene oder die freiwillige Rechenschaftslegung über die Vermögens-, Finanz-, Ertrags- und Erfolgssituation des Betriebes, insbesondere in Form der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, ab.

Quelle: Link zum Amazonangebot: Kosten- und Leistungsrechnung kompakt: Einführende Darstellung mit 48 Aufgaben von Stefan Georg

Je nach zu erledigender Aufgabe können Teilkostenrechnungssysteme oder Vollkostenrechnungssysteme als Kostenrechnungssystem geeignet sein. Entscheidend ist immer, dass das Rechnungswesen alle Positionen erfasst, die entscheidungsrelevant sind. Den Unterschied zwischen beiden Systemen erfahren Sie in folgendem Video:

 

Außerdem finden Sie an der folgenden Stelle eine Präsentation zu den Aufgaben und Teilgebieten des Rechnungswesens und der Kostenrechnungssysteme als pdf-Download:

Aufgaben und Teilgebiete des Rechnungswesens von Jessica Bill