Betriebsabrechnungsbogen BAB

Als Arbeitsanweisung für die Durchführung der Kostenstellenrechnung wird meist der Betriebsabrechnungsbogen BAB genutzt. Der BAB enthält zeilenweise die Kostenarten und spaltenweise die Kostenstellen. Zu seinen Aufgaben gehört

  • die Verteilung der primären Gemeinkosten auf die Kostenstellen
  • die Durchführung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung
  • die Bildung von Kalkulationssätzen
  • die Vorbereitung der Kostenkontrolle.

Im BAB werden ausschließlich Gemeinkosten verrechnet, da sich die Einzelkosten direkt den Kostenträgern zuordnen lassen.

Um den BAB anwenden zu können, sind nacheinander folgende Rechenschritte durchzuführen:

Arbeitsschritte des BAB:

  • In einem ersten Schritt sind die primären Gemeinkosten gemäß der Kostenartenrechnung in die linke Spalte des BAB einzutragen und dann auf die jeweiligen Haupt- und Hilfskostenstellen (nach Möglichkeit gemäß des Verursachungsprinzips) zu verteilen. Als Ergebnis erhält man die Summe der primären Gemeinkosten je Kostenstelle.
  • Im zweiten Schritt erfolgt die innerbetriebliche Leistungsverrechnung, also die Umlage aller Kosten der Hilfskostenstellen auf diejenigen Kostenstellen, die entsprechende Leistungen empfangen haben, bis alle Kosten der Hilfskostenstellen vollständig verteilt sind. Als Ergebnis erhält man folglich für jede Hauptkostenstelle die Summe der gesamten Gemeinkosten.
  • Als dritter und letzter Schritt ist die Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenträger zu nennen. Diese Verteilung ist Bestandteil der Kalkulation und erfolgt auf Basis von Kalkulationssätzen.

Die Wahl der Kostenschlüssel im Betriebsabrechnungsbogen

Die Wahl geeigneter Umlageschlüssel spielt aber nicht nur bei der Verteilung der Kostenstellengemeinkosten auf die Kostenstellen eine Rolle, sondern sie ist auch zur Bestimmung der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung und zur Ermittlung von Kalkulationssätzen bedeutsam. Man unterscheidet folgende Kostenschlüssel:

  • Wertschlüssel (Löhne, Materialeinzelkosten, Umsatz, Herstellkosten),
  • Mengenschlüssel (Menge nach Länge, Fläche, Gewicht, Zahl, Rauminhalt etc.),
  • Zeitschlüssel (Arbeits-, Maschinen-, Platzstunden).
  • Kapitalschlüssel (betriebsnotwendiges Kapital)
  • Arbeitskraftschlüssel (Zahl der Arbeitskräfte, Zahl der Angestellten)

Wertschlüssel führen zu prozentualen Zuschlagssätzen (z.B. 10% der Herstellkosten), Mengenschlüssel und Zeitschlüssel zu Zuschlagssätzen pro Bezugsgrößeneinheit (z.B. 2 Euro pro kg, 15 Euro pro Arbeitsstunde).

Wertschlüssel werden in der betrieblichen Praxis häufig zur Verrechnung von Materialgemeinkosten oder von Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten genutzt; Mengen- oder Zeitschlüssel spielen oft für die Verrechnung von Fertigungsgemeinkosten eine große Rolle. Kapitalschlüssel werden zur Verrechnung von Zinsen herangezogen, Arbeitskraftschlüssel vor allem, wenn kein anderer sinnvoller Schlüssel in Frage kommt.

Wenn alle in der Kostenartenrechnung erfassten Gemeinkosten auf die Kostenstellen verteilt sind, ist der erste Schritt des BAB abgeschlossen. Bildet man nun die Summe der zugeordneten Gemeinkosten auf die Kostenstellen, dann erhält man im Ergebnis die Summe der primären Gemeinkosten.

Quelle: Kosten- und Leistungsrechnung kompakt: Einführende Darstellung mit 48 Aufgaben

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