Beurteilung Life Cycle Costing

Wie lässt sich das Life Cycle Costing, die Lebenszykluskostenrechnung, beurteilen? Beachten Sie hierzu die folgenden 6 Aspekte:

  1. Ganzheitliche Sichtweise des Produktlebenszyklus: Statt nur die Kosten einzelner Phasen zu betrachten, steht die Analyse des Lebenszykluses als Ganzes im Blickpunkt. Dies ist grundsätzlich positiv zu bewerten.
  2. Darüber hinaus eigent sich die Methode zur Unterstützung strategischer Entscheidungen in der Frühphase des Produktlebenszyklus. Denn die Überprüfung von Investitionsentscheidungen ist mit der Lebenszyklusrechnung möglich.
  3. Allerdings gilt de Produktlebenszyklus nicht für jedes Produkt, wie die folgenden Beispiele eindrucksvoll zeigen: Beispielsweise ist das Tamagochi zu nennen. Dazu gab es praktisch keine Markteinführungsphase, sondern direkt eine Wachstumsphase. Anschließend kam er zu einem abrupten Verschwinden vom Markt. Im Gegensatz dazu gibt es bei anderen Produkten eine fast unbegrenzte Reifephase. Hierzu gehören schottischer Whiskey oder französische Parfums
  4. Als Konsequenz aus dem vorgenanntem Punkt lässt sich feststellen, dass auch die Planung der Verläufe von Ein- und Auszahlungen nicht dem typischen Verlauf folgen muss.
  5. Zudem schränkt die Unsicherheit bzgl. der Schätzung künftiger Ein- und Auszahlungen die Aussagekraft der Methode ein. Allerdings gilt dies im Grunde für alle anderen Formen der Investitionsrechnung ebenso.
  6. Ähnlich wie beim Target Costing fällt ein hoher Koordinationsaufwand durch die Bildung interdisziplinär besetzter Teams (zur Abschätzung der Kosten einerseits und der Markterlöse andererseits) an, so dass mit der Durchführung der Methode selbst hohe Kosten verbunden sind.

Literaturhinweis zum Life Cycle Costing

(Literaturhinweis: Kremin-Buch, Beate: Strategisches Kostenmanagement, Grundlagen und moderne Instrumente, 4. Auflage, Wiesbaden, Gabler, 2007, S. 202 ff.)