Funktionsmethode – Target Costing

Die Funktionsmethode des Target Costing berücksichtigt die Erwartungen eines Kunden an ein Produkt oder eine Dienstleistung. Dabei gilt, dass die Erwartungen, die ein Kunde an ein Produkt stellt, durch Funktionen des Produktes erfüllt werden. Auch wenn ein Kunde nicht in der Lage ist – was dem Regelfall entspricht – die Bedeutung einzelner Komponenten des Produktes zu nennen, so kann er durchaus sagen, wie groß die Bedeutung einzelner Produktfunktionen für ihn ist. Auf diese Weise lassen sich letztlich realistische Zielkosten ableiten.

Unter Produktfunktionen versteht man im Rahmen des Target Costing alle spezifischen (potenziellen) Wirkungen, die von einem Produkt ausgehen. Dabei unterscheidet man zwischen „harten Funktionen“ für die technischen Leistungen eines Produktes und „weichen Funktionen“, die den Wert und die Annehmlichkeit eines Produktes für den Kunden ausmachen. Ergänzend sei angemerkt, dass eine empirische Untersuchung ergab, dass im Durchschnitt 65% der Kaufentscheidungen von harten und 35% von weichen Funktionen abhängt. Allerdings gibt es hier produktindividuell erhebliche Unterschiede.

Die Schritte der Zielkostenspaltung bei der Funktionsmethode

Der erste Schritt der Zielkostenspaltung besteht darin, alle Funktionen eines Produktes zu erfassen und sie dann zu gewichten, wobei die Summe aller Gewichte 1 (bzw. 100%) ergibt. Mittels des jeweiligen Gewichts können den einzelnen Funktionen ihre Funktionszielkosten zugeordnet werden, da die Bedeutung einer Funktion im Idealfall genau ihrem Kostenanteil an den Gesamtkosten entspricht.

(Literaturhinweis inklusive Link zum Angebot von Amazon: Georg, Stefan: Controlling im Mittelstand; Aachen 2003, S. 120.; Controlling im Mittelstand: Ein Lehrbuch für Studierende )

Bei der Funktionsmethode sind zunächst die Produktfunktionen zu identifizieren und zu gewichten. Für das vorangehende Beispiel zur Gestaltung eines Fahrrads gilt:

Target Costing Produktnutzen 1

Im nächsten Schritt erfolgt dann die Zuordnung des Beitrags der Komponenten zu den Produktmerkmalen bzw. Produktfunktionen:

Target Costing Conjoint Analyse 2

Auf diese Weise lässt sich der Beitrag der Komponenten am Gesamtkundennutzen ermitteln:

Beispiel zur Ermittlung des anteiligen Kundennutzens je Komponente am Beispiel der Komponente K1:

Target Costing Kundenutzen 3

Wird dieser Schritt für alle Komponenten durchgeführt, dann erhält man schließlich den Beitrag aller Komponenten am Gesamtkundennutzen:

Target Costing Conjoint Analyse 4

Nun lassen sich wieder durch Multiplikation der Komponentengewichte mit den Produktzielkosten die Zielkosten der einzelnen Komponenten bestimmen. Im Ergebnis verspricht man sich von dieser Vorgehensweise ein wirkungsvolles Kostenmanagement hinsichtlich der Steuerung der Kostenstruktur und des Kostenniveaus.

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