Kostenmanagement Kostenanalyse

Grundlagen Kostenmanagement

Das Kostenmanagement leistet mehr als eine einfache Kostenrechnung. Während die Kostenrechnung ein Instrument zur Informationsgewinnung darstellt, dient das Kostenmanagement der Informationsverwendung zur Kostenbeeinflussung. Somit bildet das Kostenmanagement die Basis der Kostenanalyse und Kostensteuerung im Unternehmen und gehört damit zum Controlling.

Rentabilität und Liquidität

Dabei hat der Controller unmittelbar die Sicherung von Rentabilität und Liquidität im Blick. Beide sind für ein erfolgreiches Unternehmen unverzichtbar. Generell hat das Kostenmanagement das Ziel der bewussten Beeinflussung der Kosten, um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu steigern. Während die Liquidität dabei vor allem die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sicherstellt, zielt der Rentabilität auf eine angemessene Gewinnerzielung ab. Doch wie kann diese erreicht werden?

Kostenmanagement und Strategie

Letztlich beruht die Sicherung des Erfolgspotenzials und damit die Sicherung der Rentabilität von Unternehmen einerseits auf Differenzierungsstrategien von der Konkurrenz, andererseits auf Kostenvorteilen gegenüber der Konkurrenz. Die Strategie zur Differenzierung ist im Bereich des Marketing oder des Managements anzusiedeln. Im Rahmen der Strategie zur Kostenführerschaft obliegt es den Unternehmen, das Kostenniveau, die Kostenstrukturen und das Kostenverhalten zu beeinflussen. Somit ist die Idee vom Kosten- und Leistungsmanagement bzw. der Kostenanalyse geboren. Folglich trägt die Kostenanalyse zur Bildung einer geeigneten Strategie für das Unternehmen bei, um Liquidität und Rentabilität zu sichern.

Kostenmanagement und Controlling

Kostenmanagement und Controlling gehören unmittelbar zusammen. Denn das Controlling unterstützt das Management bei der Steuerung des Unternehmens. Und das betrifft sowohl die Sicherung der Liquidität als auch der Rentabilität. Insbesondere ist der Controller als Datenlieferant für die Managementebene bekannt. Im Zuge der Industrie 4.0 und dem damit verbundenen Themenfeld Big Data ist der Controller sogar immer mehr als Datenanalyst gefragt. Organisatorisch hat das Controlling im Unternehmen meist keine Weisungsbefugnis. So sieht es zumindest klassischerweise die Organisationsentwicklung vor. Vielmehr übt der Controller die Rolle als interner Berater zur Sicherung von Liquidität und Rentabilität aus.

Oft wird im Zusammenhang mit dem Kostenmanagement auch der Ausdruck Kostencontrolling genutzt. Dabei nimmt das Kostencontrolling eine Servicefunktion wahr. Dies lässt sich damit begründen, dass das Kostencontrolling die von der Kostenrechnung bereitgestellten Informationen in geeigneter Weise aufbereitet. Somit kann es sogar Impulse für Maßnahmen geben, mit denen die Kosten beeinflusst werden können.

Die Kostenrechnung als Datenlieferant für den Controller

Da die Unternehmen in der Regel auf Gewinnmaximierung (bzw. Optimierung der Rentabilität) ausgerichtet sind, spielen Kosteninformationen für das Controlling eine große Rolle. Letztlich lassen sich auf Basis dieser Informationen aus der Kostenrechnung konkrete Handlungsempfehlungen aussprechen. Und auf diese Weise entsteht dann das Kostenmanagement. Somit ist die Kostensteuerung bzw. das Kostenmanagement ein integrativer Bestandteil des Controllings.

Maßnahmen zur Kostenanalyse und zum Kostenmanagement

Maßnahmen zur Kostenanalyse und zur Kostenbeeinflussung gibt es viele. Beispielsweise können Sie folgendes in Angriff nehmen:

  1. Um das Kostenniveau zu senken, sind beispielsweise Doppelarbeiten zu vermeiden, Automatisierungspotenziale auszuschöpfen oder Durchlaufzeiten zu reduzieren. Des Weiteren kann die Verlagerung der Produktion in andere Länder oder die Fremdvergabe einzelner Produktionsstufen zur Komplexitätsreduktion durch Outsourcing das Kostenniveau positiv beeinflussen. Darüber hinaus ist der Verzicht auf nicht wertschöpfende Tätigkeiten zu nennen. Man spricht auch vom Kostenniveaumanagement.
  2. Zum Management der Kostenstruktur sind fixe Kosten in variable Kosten zu wandeln (Erhöhung der Flexibilität) oder Gemeinkosten durch Einzelkosten zu ersetzen (Verbesserung der Kostenzurechnung im Sinne des Verursachungsprinzips). Damit ist in diesem Fall vom Kostenstrukturmanagement die Rede.
  3. Letztlich ist auch dem Kostenverlauf Rechnung zu tragen. Dazu zählen sowohl der zeitliche Kostenverlauf als auch derjenige hinsichtlich von Mengeneffekten (Degressionseffekt). Somit spielt auch das Kostenverlaufsmanagement eine Rolle.

Kostenbeeinflussung ist Leistungsbeeinflussung

Jedoch kann die Kostenbeeinflussung nie von der Leistungsbeeinflussung getrennt werden, so dass in der Tat von einem Kosten- und Leistungsmanagement gesprochen werden muss, da Kosten immer aufgrund der unmittelbaren Leistungserbringung oder der Bereitstellung der Leistungsfähigkeit anfallen. Und genau diesen Effekt vergessen aber viele. Gerade in der Presse ist immer nur von Kosteneinsparungen bzw. Kostensenkungen zu hören. Dabei wird nie hinterfragt, welchen Einfluss die Kostenveränderungen auf die betrieblichen Leistungen haben. Denn Kosten und Leistungen können (schon aus Gründen der Definition von Kosten) nie getrennt werden. Und nicht umsonst spricht man auch von der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR).

Grundlagen Kostenmanagement: Verfahren zur Kostensteuerung

Grundlagen KostenmanagementIn der betrieblichen Praxis haben sich eine Vielzahl von Verfahren zur Kosten- und Leistungsbeeinflussung durchgesetzt. Und davon sollen Ihnen die wichtigsten nachfolgend dargestellt werden. Jedoch soll jetzt schon darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den Darstellungen jeweils um Erläuterungen zu den Grundprinzipien handelt, die sich exakt in dieser Form wohl in keinem Unternehmen finden lassen. Folglich ist es geradezu selbstverständlich, dass jedes Unternehmen dazu gezwungen ist, die Grundprinzipien auf die jeweiligen Unternehmensbedürfnisse anzupassen, so dass letztendlich jedes Unternehmen seinen eigenen Weg gehen wird. Nichtsdestotrotz sind gerade diese Grundprinzipien so wichtig, da mit ihnen die Basis für jegliche betriebliche Gestaltung geschaffen wird.

Die wichtigsten Methoden zur Kostenanalyse (zum Kostenmanagement) sind das Fixkostenmanagement, das Target Costing, das Prozesskostenmanagement bzw. die Prozesskostenrechnung und das Life Cycle Costing (die Lebenszykluskostenrechnung).

Kostenrechnung als Basis des Kostenmanagements

Wesentliche Voraussetzung zur Implementierung eines Kostenmanagementsystems ist eine gut funktionierende Kosten- und Leistungsrechnung. Denn sie gehört zu den unabdingbaren Grundlagen des Kostenmanagements. Somit müssen die Kenntnisse hierzu unbedingt vorhanden sein, denn nur verlässliche Daten aus der KLR versprechen auch Erfolge hinsichtlich der Sicherung von Liquidität und Rentabilität im Unternehmen. Beispielsweise liefert Ihnen das folgende ebook (Link zu Amazon) einen guten ersten Überblick zur Kostenrechnung:

Stefan Georg: Grundlagen der Kostenrechnung

Reaktives und proaktives Kostenmanagement

Das reaktive Kostenmanagement ist nur in Krisensituation geeignet. Mit ihm reagiert das Management auf bestehenden Kostendruck. Dabei werden Maßnahmen zur Kostensenkung von oben verordnet. Dadurch fehlt es häufig an Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Außerdem werden die Maßnahmen oft nur punktuell und nicht dauerhaft realisiert. Somit fehlt die Nachhaltigkeit des reaktiven Kostenmanagements.

Dagegen zeichnet sich das proaktive Kostenmanagement durch eine Marktorientierung, Ganzheitlichkeit, Antizipation, Kontinuität, Partizipation und Interdisziplinarität aus. Damit ist es geeignet, um vorausschauend Kosten zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Lesen Sie dazu den Beitrag zum proaktiven Kostenmanagement.