Kostenartenrechnung – Kostenrechnung

Die Kostenartenrechnung ist der erste Schritt einer jeden Kostenrechnung und dient lediglich der Erfassung und Systematisierung aller im Laufe der Abrechnungsperiode angefallenen Kostenarten (bzw. aller geplanten Kostenarten). Somit beantwortet sie die Frage „Welche Kosten sind angefallen?“. Und als Ergebnis entsteht ein Kostenplan. Jedoch müssen Sie sich nicht an einen bestimmten Kontenrahmen halten. Die Kontenrahmen, die Sie möglicherweise aus dem externen Rechnungswesen für die Buchführung kennen, können Sie allenfalls als Orientierung heranziehen. Dass Sie diesen Kontenrahmen nicht 1 zu 1 nutzen können, liegt natürlich auch daran, dass er auf den Aufwand, und nicht auf die Kosten zugeschnitten ist.

Außerdem scheint die Frage nach den Kostenarten nur auf den ersten Blick leicht zu beantworten zu sein. Jedoch werden Sie schon bald sehen, dass es durchaus herausfordernd sein kann, die Kosten in richtiger Höhe zu beziffern und damit einen korrekten Kostenplan zu erstellen.

Kostenartenrechnung als Teil der Kalkulation in der Kostenrechnung
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Anforderungen an den Kontenplan für die Kostenartenrechnung

Für die Kostenartenrechnung sind Kosten der bewertete Verzehr von Dienstleistungen und betrieblichen Produktionsfaktoren (inkl. öffentlicher Abgaben), welche zur Erstellung und zum Absatz betrieblicher Leistungen benötigt werden. Demnach gelten zur Erstellung des Kostenplans folgende Grundsätze:

      1. Es muss ein Güterverzehr vorliegen. Allerdings können auch immaterielle Güter (Patente) verzehrt werden. Neben den immateriellen Gütern gilt auch für Güter des Sachanlagevermögens, dass der Güterverzehr nicht spontan, sondern auf Dauer erfolgt. Dabei spricht man dann von Abschreibungen.
      2. Der Güterverzehr ist leistungsbezogen. Deshalb zählen bspw. Spenden an karitative Einrichtungen nicht zu den Kosten. Dagegen sind Spenden ein Beispiel für neutralen Aufwand. Dieser beschreibt einen vorhandenen Werteverzehr, der nicht mit der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit in Verbindung steht. Jedoch ist die Verbindung zur betrieblichen Leistungserbringung für Kosten unverzichtbar.
      3. Der Güterverzehr muss bewertet bzw. bewertbar sein. Dazu kennt man in der Praxis Bewertungen zu Anschaffungs-, Wiederbeschaffungs-, Tages-, Börsen-, Durchschnitts- und Verrechnungspreisen. Jedoch, für welche Bewertungsmethode man sich in der Kostenrechnung entscheidet, ist dem Anwender überlassen. Oftmals spielt hier die Praktikabilität eine große Rolle, um den Kostenplan möglichst einfach aufstellen zu können.

Gliederung in der Kostenartenrechnung

Letztlich kommen zur Bildung von Kostenarten für den Kostenplan mehrere Gliederungskriterien in Frage:

Beispielsweise lassen sich nach der Art des verbrauchten Produktionsfaktors Materialkosten, Kapitalkosten, Personalkosten usw. unterscheiden. Vor allem dieser Gliederungsgesichtspunkt kommt in der Kostenartenrechnung zum Einsatz.

Außerdem können nach der mit dem Kostenanfall verbundenen betrieblichen Funktion beispielsweise Beschaffungskosten, Fertigungskosten, Verwaltungs- oder Vertriebskosten im Kostenplan unterschieden werden. Und diese Einteilung wird in der Kostenstellenrechnung genutzt.

Einzelkosten und Gemeinkosten im Kostenplan

Schließlich lassen sich nach der Art der Verrechnung Einzelkosten, Gemeinkosten und Sondereinzelkosten bilden. Und auch dieses Gliederungskriterium spielt in der Kostenrechnung eine Rolle, insbesondere im Rahmen der Kostenträgerrechnung.

Einzelkosten genügen per Definition dem Verursachungsprinzip und können direkt auf die Kostenträger verrechnet werden. Dagegen sind Gemeinkosten über die Kostenstellen den Kostenträgern (geschlüsselt) zuzurechnen, da sie nicht dem Verursachungsprinzip genügen. Ergänzend genügen unechte Gemeinkosten dem Verursachungsprinzip, sind also eigentlich Einzelkosten, werden aber aufgrund ihrer niedrigen Höhe wie Gemeinkosten behandelt. Letztlich sind Sondereinzelkosten zwar nicht pro Stück (pro Leistungseinheit), aber pro Auftrag verursachungsgerecht zurechenbar. Beispielsweise sind Sondereinzelkosten der Fertigung die Kosten für Modelle oder Spezialwerkzeuge. Dagegen sind Sondereinzelkosten des Vertriebs z.B. die Kosten für Verpackungsmaterial oder Frachtgebühren.

Auf Basis der Bezugsgröße lassen sich Stückkosten oder Gesamtkosten berechnen. Auch dieser Aspekt spielt in der Kostenträgerrechnung eine wichtige Rolle.

Variable Kosten und fixe Kosten in der Kostenrechnung

Und letztendlich ist das Verhalten der Kosten bei Beschäftigungsänderungen als Gliederungskriterium zu nennen. Dann werden fixe Kosten und variable Kosten unterschieden. Und diese Einteilung wird in der gesamten Kostenrechnung für den Kostenplan genutzt. Dabei verändern sich variable Kosten mit der Beschäftigung (Leistungsmenge), wohingegen fixe Kosten unabhängig von der Beschäftigung anfallen. Folglich sind fixe Kosten häufig kurzfristig nicht abbaubar.

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