Kostenrechnungssysteme – Vollkostenrechnung

Kostenrechnungssysteme lassen sich nach dem Zeitbezug in

    1. Istkosten-,
    2. Normalkosten- und
    3. Plankostenrechnungssysteme

gliedern. Nach dem Sachumfang unterscheidet man

    1. Vollkosten- und
    2. Teilkostenrechnungssysteme.

Demnach lassen sich im Überblick insgesamt 6 Kostenrechnungssysteme unterscheiden, da der Sachumfang und der Zeitbezug als Kriterien zu verbinden sind. Folglich gibt es Istkostenrechnungen als Vollkostensysteme und Teilkostenrechnungen. Entsprechendes gilt auch für die Plankostenrechnungen und für die Normalkostenrechnungen.

Ergänzend werden an dieser Stelle häufig auch moderne Systeme des Kostenmanagements genannt.  Zu diesen zählen zum Beispiel das Target Costing, das Prozesskostenmanagement oder die Lebenszykluskostenrechnung. Im Unterschied zur Kostenrechnung versucht das Kostenmanagement gestaltend und steuernd auf Kostenstrukturen, Kostenniveau und Kostenverlauf einzuwirken. Kostenrechnungssysteme haben dagegen eher dokumentarischen Charakter.

Kostenrechnungssysteme
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Kostenrechnungssysteme

Kostenrechnungssysteme und deren Zeitbezug

Die Ist-Kostenrechnung bezieht sich auf die tatsächlich angefallenen Kosten in einer Periode- Also verwendet sie die mit Ist-Preisen bewerteten Ist-Verbrauchsmengen. Damit ist sie eine vergangenheitsorientierte Rechnung. Denn sie kann erst durchgeführt werden, wenn die Kosten bereits angefallen sind.

Dagegen werden als Normalkosten die durchschnittlichen Ist-Kosten vergangener Perioden bezeichnet. Auf diese Weise wird versucht, die Ist-Kosten um außergewöhnliche Effekte zu bereinigen. So kann eine starke vorübergehende Preisveränderung auf dem Beschaffungsmarkt zu starken vorübergehenden Kostenveränderungen bei den Materialkosten führen.  Diese waren vielleicht so in der Zukunft nicht zu erwarten und in der Vergangenheit nicht vorauszusehen.

Bei der Plankostenrechnung versucht man, Kostenvorgaben aufgrund technischer Berechnungen oder aufgrund von Verbrauchsstudien festzulegen. Darüber hinaus verwendet man Planpreise. Als wesentliche Kostenbestimmungsfaktoren gelten die Kapazität des Unternehmens. Darüber hinaus können das fertigungstechnische und das organisatorische Verfahren kostenbestimmend sein. Auch die Preise der Produktionsfaktoren und deren Qualität, die Ausbringung (Beschäftigung) sowie die Wirtschaftlichkeit der Betriebsführung sind wichtig.

Ein Kostenrechnungssystem, das alle Kosten verrechnet, heißt Vollkostenrechnung. Da in diesem Fall auch die Fixkosten mitberücksichtigt werden, kann ein solches System in der Regel nicht als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen (über die Kalkulation der Preise hinaus) herangezogen werden. Dies ist damit zu begründen, dass die enthaltenen Fixkosten meist kurzfristig nicht vermieden werden können.

Teilkostenrechnungssysteme verarbeiten in der Grundform nur die variablen Kostenanteile bei der Zuteilung der Kosten auf Kostenträger. Ergänzend übernehmen sie die Fixkosten en bloc in die Erfolgsrechnung. Damit wird einerseits eine wirksame Kostenkontrolle gewährleistet.  Andererseits können die Ergebnisse für bestimmte betriebliche Planungen herangezogen werden. Vor allem sind dies solche, bei denen die Auswirkungen bestimmter Entscheidungen auf die entstehenden Kosten und Leistungen zu Grunde zu legen sind.

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Nachfolgend finden Sie noch ein kurzes Video zur Trennung der Kostenrechnungssysteme in die Ist-, Normal- und Plankostenrechnung:

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