Kostenstellenrechnung

Die Kostenstellenrechnung betrifft ausschließlich die Verrechnung von Gemeinkosten. Während Sie Einzelkosten (gemäß der Definition) verursachungsgerecht den Kostenträgern zugeweisen können, müssen Sie Gemeinkosten auf Basis alternativer Verrechnungsprinzipien auf die Kostenträger verteilen/schlüsseln. Genau diese Aufgabe übernimmt die Kostenstellenrechnung.

Als Kostenstelle bezeichnet man jeden betrieblichen Teilbereich, der hinsichtlich der (Gemein-)Kosten selbständig abzurechnen ist. Dabei wird die Frage beantwortet, wo in einem Unternehmen Kosten angefallen sind.

Im Ergebnis ordnet die Kostenstellenrechnung die Kosten ihrem Entstehungsort zu, um

  • eine Wirtschaftlichkeitskontrolle der Unternehmensbereiche zu ermöglichen, von denen die Kosten zu verantworten und zu beeinflussen sind,
  • die Kalkulationsgenauigkeit zu erhöhen,
  • relevante Kostendaten bzgl. der jeweiligen Betriebsbereiche zu liefern.

Dabei lassen sich die Kostenstellen einer Unternehmung in zwei Gruppen unterteilen:

Einerseits gibt es Hauptkostenstellen (Endkostenstellen): Dies sind all jene Teilbereiche, deren Kosten sich unmittelbar auf betriebliche Leistungseinheiten verrechnen lassen, welche für die Absatzmärkte der Unternehmung bestimmt sind.

Andererseits existieren Hilfskostenstellen (Vorkostenstellen): Dies sind diejenigen Teilbereiche, die Leistungen erbringen, die innerbetrieblich Verwendung finden. Damit werden deren Leistungen an andere Kostenstellen abgegeben.

Beispielsweise sind Fertigungskostenstellen in der Regel Hauptkostenstellen. Denn in diesen Bereichen werden Leistungen erbracht, die inhaltlich mit der Erstellung der marktfähigen Betriebsleistungen zusammenhängen.

Alternatov bildet eine Kantine hingegen eine Hilfskostenstelle. Denn die Leistungen der Kantine stehen in keinem inhaltlichen Zusammenhang zu den marktfähigen Leistungen des Unternehmens.

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Die Wahl der Kostenstellen zur Kostenstellenrechnung

Für die Bildung der Kostenstellen sind drei Grundsätze wirksam:

  • Eine Kostenstelle muss stets einen selbständigen Verantwortungsbereich bilden, um so eine wirkungsvolle Kostenkontrolle zu ermöglichen.
  • Für jede Kostenstelle muss eine Maßgröße der Kostenverursachung zu bilden sein. Im Idealfall besteht eine eindeutige proportionale Beziehung zwischen den anfallenden Kosten und den von der Kostenstelle erstellten Leistungen. Dies setzt in der Regel eine homogene Leistungserbringung innerhalb der Kostenstelle voraus.
  • Auf jede Kostenstelle müssen sich die Kosten genau, eindeutig und möglichst einfach kontieren lassen, d.h. die Kostenstelleneinteilung soll maßgeblich nach Wirtschaftlichkeit und Übersichtlichkeit erfolgen.

Aus funktioneller Sicht gibt es

  1. Materialkostenstellen
  2. Fertigungskostenstellen
  3. Vertriebskostenstellen
  4. Verwaltungskostenstellen
  5. Allgemeine Kostenstellen
  6. Forschungs- und Entwicklungskostenstellen.

Die einzelnen Kostenstellenbereiche werden nach Erfordernis in Kostenstellengruppen und dann in einzelne Kostenstellen gegliedert.

Quelle: Kosten- und Leistungsrechnung kompakt: Einführende Darstellung mit 48 Aufgaben