Lebenszykluskostenmanagement – Life Cycle Costing

Das Lebenszykluskostenmanagement, auch als Life Cycle Costing bezeichnet, betrachtet ein Produkt oder einen Unternehmensbereich über den gesamten Zeitraum (Produktlebenszyklus) hinweg, in dem das Produkt oder der Unternehmensbereich eine Rolle für das Unternehmen spielt. Dabei beginnt das Lebenszyklusmanagement bei Forschung & Entwicklung (im Hinblick auf die Produktentwicklung), geht über die verschiedenen Vertriebsphasen hinweg (vom Wachstum bis zur Sättigung) und endet bei Garantie- und Entsorgungsleistungen, wenn das Produkt längst vom Markt genommen ist. Somit berücksichtigt das Lebenszyklusmanagement den gesamten Produktlebenszyklus. Das Lebensyzykluskostenmanagement ist in der gängigen Literatur auch als Lebenszykluskostenrechnung oder als Lebenszyklusrechnung zu finden. Auch der Begriff Life Cycle Costing spielt für die kostenrechnerische Analyse des Produktlebenszyklus eine Rolle.

Schließlich ist die Lebenszyklusrechnung eine Form der Investitionsrechnung, wenn diese Methodik herangezogen wird, um die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit eines Produktes über den gesamten Produktlebenszyklus zu prüfen. Denn die Investitionsrechnung ist grundsätzlich geeignet, die Wirtschaftlichkeit langfristiger Prozesse zu beurteilen. Dabei zeigt sich dies dann auch in den verwendeten Methoden.

Lebenszykluskostenmanagement
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Lebenszykluskostenmanagement anhand des Produktlebenszyklus

Beispielhaft können Sie den Produktlebenszyklus selbst an realen Produkten verifizieren. Dazu nehmen wir als Beispiel die weit verbreiteten Spielekonsolen: Hierbei bleibt es nicht dabei, ein Produkt einmal zu entwickeln und dann auf den Markt zu bringen. Stattdessen werden auch bestehende Produkte regelmäßig überarbeitet und dann mit neuen Versionsnummern oder sogar veränderten Namen auf den Markt gebracht. Konkret können Sie das  an den in den folgenden Links (zu den Angeboten von Amazon) hinterlegten Fällen leicht sehen. Denn bei diesen können Sie mit Sicherheit die Produktentwicklung im jeweiligen Vergleich gut nachvollziehen:

Alte Version (Produktlebenszyklus in den letzten Phasen):
PlayStation 3 – Konsole Super Slim 12 GB (inkl. DualShock 3 Wireless Controller)

Und nun die neuere Version (Produktlebenszyklus in den ersten Phasen):

PlayStation 4 – Konsole

Oder aber die folgende alte Version (Produktlebenszyklus in den letzten Phasen):

Nintendo Wii “Mario Kart Pack” – Konsole inkl. Mario Kart, Wii Wheel, Remote Plus Controller, schwarz

Danach die neuere Version (Produktlebenszyklus in den ersten Phasen):

Nintendo Wii U – Konsole, Premium Pack, 32 GB, schwarz mit Nintendo Land

Phasen des Produktlebenszyklus

Das Lebenszykluskostenmanagement stützt sich somit auf die Steuerung der Kosten während der einzelnen Marktphasen des Produktes. Dabei beginnt der Produktlebenszyklus klassisch mit einer Phase der Produktentwicklung. Dann folgt die Einführungsphase des Produktes im Markt. Nach einer Wachstumsphase des Produktlebenszyklus folgt allmählich die Sättigungsphase, nachdem die maximalen Verkaufszahlen erreicht wurden. Weil in der Sättigungsphase die Umsätze sinken, muss das Unternehmen jetzt steuernd in den Produktlebenszyklus eingreifen. Entweder entscheidet sich das Unternehmen dazu, das Produkt auslaufen zu lassen, was zur Nachsorgephase führt, oder es “renoviert” das Produkt und bringt Überarbeitungen des Produktes in den Markt. Auf diese Weise kann der Produktlebenszyklus verlängert werden. Allerdings sind damit auch zusätzliche Kosten verbunden.

Ergänzend sind in allen Phasen des Produktlebenszyklus neben den Kosten auch die Erlöse miteinzubeziehen. Somit ist dieses Konzept des Life Cycle Costing stark an die Idee der Investitionsrechnung angelehnt. Insbesondere die Kapitalwertmethode als Verfahren der dynamischen Investitionsrechnung ist mit der Lebenszyklusrechung vergleichbar.

Abschließend gibt es hier eine Aufgabe zum Lebenszykluskostenmanagement: https://kostenmanagementblog.wordpress.com/fallstudie-5-zur-lebenszykluskostenrechnung/ Dort finden Sie auch ein Beispiel zur Lösung des Problems der Lebenszyklusrechnung.