Lebenszyklus

Lebenszykluskostenrechnung – Investitionsrechnung

Die Lebenszykluskostenrechnung bedient sich rechnerisch bei Methoden der Investitionsrechnung und nutzt dabei Informationen aus der Berechnung der Liquidität. Dabei ist die Lebenszykluskostenrechnung stark an die dynamischen Methoden der Investitionsrechnung angelehnt, die Sie möglicherweise bereits aus der klassischen Lehrveranstaltung zur Investitionsrechnung aus einem Studium zur BWL kennen.

Lebenszyklusrechnung und Liquidität

Im Fall der Lebenszykluskostenrechnung sollten Sie sich auf jeden Fall mit der Kapitalwertmethode (Form der dynamischen Investitionsrechnung) auskennen. Bei dieser sind die Einzahlungsüberschüsse der einzelnen Perioden auf den Investitionszeitpunkt abzuzinsen. Damit nutzt die Kapitalwertmethode Rechnungsgrößen, die Sie bei der Bestimmung der Liquidität und der Liquiditätsplanung benötigen.

Im Allgemeinen misst die Liquidität die Höhe der vorhandenen Zahlungsmittel. Damit ist die Liquidität ein Maß für die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. In der Folge spielen dann nicht Kosten und Leistungen, sondern Einzahlungen und Auszahlungen (für die Liquiditätsplanung) eine Rolle. Alle abgezinsten Einzahlungsüberschüsse als Differenzen von Einzahlungen und Auszahlungen sind dann zu summieren. Die Summe, die man auf diesem Weg erhält, heißt Kapitalwert. Und anhand des Kapitalwertes können Sie Schlussfolgerungen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Investitionsobjektes ziehen. Somit handelt es sich um eine Form der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Und eine erste Aufgabe zur Lebenszyklusrechung in Form der Kapitalwertmethode nach dem Prinzip der dynamischen Investitionsrechnung finden Sie hier über folgenden Link: https://kostenmanagementblog.wordpress.com/fallstudie-4-zum-lebenszykluskostenmanagement/

Lebenszykluskostenrechnung und Lebenszykluskostenmanagement

Was aber unterscheidet die Lebenszykluskostenrechnung von dem Lebenszykluskostenmanagement? Generell lässt sich feststellen, dass eine Rechnung stark an Zahlen orientiert ist. Auch das kennen Sie aus der Investitionsrechnung. Hier stehen der Rechenweg und die Rechenergebnisse im Vordergrund. Somit handelt es sich um eine operative Rechnung, in diesem Fall um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Hinsichtlich der bereits angesprochenen Liquidität spricht man auch von der Liquiditätsrechnung oder Liquiditätsplanung. Dagegen versucht ein Management immer, regelnd und steuernd einzugreifen. Es ist auch häufig strategisch ausgerichtet. Dazu bedient sich das Management häufig auch den Rechenergebnissen als Datengrundlage. Aus der Liquiditätsrechnung bzw. der Liquiditätsplanung wird so ein Liquiditätsmanagement, wenn die Liquidität des Unternehmens zu beeinflussen und zu steuern ist. Insofern liefert die Lebenszykluskostenrechnung dann auch die Daten für ein erfolgreiches Lebenszykluskostenmanagement. Somit wird aus der Investitionsrechnung ein Investitionsmanagement.

Lebenszykluskostenrechnung mit der Kapitalwertmethode

Die folgende Rechnung zeigt beispielhaft die Anwendung der Kapitalwertmethode auf Basis von Ein- und Auszahlungen. In der Literatur zum Kostenmanagement werden in diesem Zusammenhang auch entsprechende Rechnungen auf Basis von Kosten und Erlösen diskutiert. Schauen Sie sich aber zunächst die Definition des Kapitalwertes zur Wirtschaftlichkeitsberechnung an:

Der Kapitalwert des Produkts ergibt sich aus der Summe der diskontierten Ein- bzw. Auszahlungsüberschüsse der einzelnen Jahre des Produktlebenszyklusses.

Dabei besagt ein positiver Kapitalwert, dass ein Produkt die gewünschte Verzinsung über seinen Lebenszyklus mehr als erreicht. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung liefert dann ein positives Ergebnis. Hingegen können Sie bei einem negativen Kapitalwert die gewünschte Verzinsung nicht erreichen. Welche Verzinsung das Produkt aber genau erzielt, können Sie in diesem Fall lediglich (mit Abstrichen) mit der internen Zinsfußmethode bestimmen. Dann haben Sie auch den Zinssatz gefunden, bei dem der Kapitalwert gerade null wird.

Wie hoch die gewünschte (angestrebte) Verzinsung ist, müssen Sie zunächst unabhängig von der gewählten Methode der Investitionsrechnung bzw. Wirtschaftlichkeitsrechnung festlegen. Oft wird an dieser Stelle mit Wunschzinssätzen oder Vergleichszinssätzen gearbeitet. Trotz der Phase niedriger Kapitalmarktzinsen ist bei der Lebenszykluskostenrechnung häufig ein Zinssatz von 10 Prozent und mehr pro Jahr anzutreffen. Dies liegt auch daran, dass man mit dem Wunschzinssatz auch das Risiko der Investition mit abbildet. Auf diese Weise erhält man eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, die den Risikoaspekt zumindest indirekt berücksichtigt.

(Literaturhinweis: Siehe Kremin-Buch, Beate: Strategisches Kostenmanagement. Grundlagen und moderne Instrumente, 4. Auflage, Wiesbaden, Verlag Gabler, Erscheinungsjahr 2007, S. 186 ff. (hier mit Link zu Amazon))

Beispiel zur Lebenszykluskostenrechnung

Annahme: Der Kalkulationszinsfuß beträgt für die folgende Berechnung 5%.

Beispiel zur Lebenszykluskostenrechnung

Kapitalwert C0 = 602.684,66 €

Der positive Kapitalwert zeigt nun, dass Sie auf Basis der Plandaten von Einzahlungen und Auszahlungen die Wunschverzinsung (den Kalkulationszins) deutlich überschreiten können. Wie deutlich diese Überschreitung ist, können Sie abschätzen, wenn Sie den Kapitalwert selbst mit der Höhe der Ein- und Auszahlungen vergleichen. Ein Kapitalwert von 1.000 ist groß, wenn die höchsten Ein- und Auszahlungen im Bereich von 100 liegen. Dagegen ist ein Kapitalwert von 1.000 klein, wenn die höchsten Ein- und Auszahlungen im Bereich von 100.000 zu finden sind. Diese Abschätzung ist wichtig, um auch ohne Berechnung eines internen Zinses eine Vorstellung von der möglichen Höhe der Verzinsung zu bekommen. Somit liegen in diesem Fall Daten vor, die für einen klar höheren internen Zins sprechen. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung spricht also in diesem Fall eindeutig für eine Investition.

Literatur zur Lebenszyklusrechnung

Wenn Sie sich weitergehend für die Produktlebenszyklusrechnung interessieren, sei Ihnen den folgende Buch empfohlen, das diese Methode des Kostenmanagements anschaulich beschreibt.

Abschließend finden Sie eine anschauliche Aufgabe zur Lebenszykluskostenrechnung: https://kostenmanagementblog.wordpress.com/fallstudie-1-zum-lebenszykluskostenmanagement/

Lebenszykluskostenrechnung
Link zu Amazon

Lebenszykluskostenrechnung