Market into Company – Zielkostenfindung

Beim Market into Company – Verfahren handelt es sich um die Reinform des Zielkostenmanagements. Dabei dienen als Grundlage die Absatzpreise der Produkte zur Zielkostenfindung. In diesem Zusammenhang handelt es sich um Zielverkaufspreise im Sinne eines geschätzten, langfristigen Durchschnittspreises. Diese sind von der Marktforschung für das jeweilige Produkt zu ermitteln. Allerdings ist dieser Schritt sicherlich als nicht ganz unproblematisch einzustufen. Denn es ein Produktprototyp vorliegen, damit im Rahmen des Marktforschungsprozesses die Absatzpreise zu bestimmen sind. Wenn Sie einen potenziellen Kunden fragen, welchen Preis er für eine Kaffeemaschine zu zahlen bereit ist, dann muss der Kunde wissen, welches Fassungsvermögen die Kaffeekanne hat, ob es sich um eine Isolierkanne oder um eine Glaskanne handelt, welches Aussehen die Oberfläche der Kaffeemaschine hat etc. Also muss sich der Kunde das Produkt konkret vorstellen können. Ansonsten kann er keine verlässlichen Aussagen dazu treffen, welchen Preis er zu zahlen bereit ist.

Von den Absatzpreisen ist dann im nächsten Schritt eine von der Geschäftsleitung festgelegte Gewinnmarge im Sinne einer Zielrendite zu subtrahieren. Man spricht dann bei den Zielkosten als „vom Markt erlaubte Kosten“ (allowable costs). Ergänzend sind vom Zielpreis all jene Kosten zu subtrahieren, die durch das Target Costing gar nicht zu beeinflussen sind. Dabei handelt es sich vor allem um die Gemeinkosten, die ein Produkt über den Preis erwirtschaften muss. Das Target Costing ist aber nur in der Lage, auf die Produkt – Einzelkosten einzuwirken.

Allowable Costs im Market Into Company

Die allowable costs vergleicht man nun mit den Standardkosten („drifting costs“). Dabei handelt es sich um die erreichbaren Plankosten unter Beibehaltung vorhandener Technologien und Verfahrensstandards. Überschreiten die Standardkosten die Zielkosten, ergibt sich ein Kostenreduktionsbedarf. Da sich die meisten Märkte inzwischen zu Käufermärkten gewandelt haben, entsteht inzwischen fast immer die Situation, dass die vom Markt erlaubten Preise so niedrig sind, dass sich ein Kostenreduktionsbedarf ergibt. Auch deshalb ist das Target Costing für das Kostenmanagement so wichtig geworden. Denn in diesem Fall wird nicht nur die Kostenstruktur, sondern auch das Kostenniveau beeinflusst.

Reagiert das Unternehmen auf einen Kostenreduktionsbedarf derart, dass es die eigenen Kosten zu senken versucht, bleibt dabei offen, in wie weit dieser Veränderungen zu Produkt- und damit Qualitätsänderungen führen. Damit wird der ursprünglich zu Grunde gelegte Prototyp jedoch verändert. Somit ist davon auszugehen, dass sich auch die Kundenaussagen zur Zahlungsbereitschaft verändern.

(Quelle: Georg, Stefan: Controlling im Mittelstand, Ort: Aachen 2003, S. 118., Amazon-Link: Controlling im Mittelstand: Ein Lehrbuch für Studierende )

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