Problem der Kalkulation – Kostenträgerrechnung

Im Rahmen der Kalkulation von Produkten auf Basis der klassischen Kostenträgerrechnung (und nicht aufgrund der grundsätzlichen Preispolitik des Unternehmens) kommt es zu folgendem Kalkulationsproblem:

Erfolgt die Preiskalkulation nach dem Schema

Vollkosten + Gewinnaufschlag = Angebotspreis,

so sind ausschließlich die (kostenrechnerischen) Begebenheiten des Unternehmens Basis für die Preisfestsetzung. Allerdings müssen Sie in der Praxis auch die Marktgegebenheiten betrachten. Das bedeutet, dass auch die Preispolitik einen wesentlichen Einfluss auf die Preisfestsetzung für die betrieblichen Leistungen hat. Außerdem kann es sein, dass Sie nach obiger Methode einen Angebotspreis kalkulieren, der auf dem Markt gar keine Chance hat, da die Konkurrenz deutlich preiswerter anbietet. Natürlich sollte Ihnen das zu denken geben. Dennoch kann es sinnvoll sein, dass Sie ein Produkt bewusst unter Vollkosten (allerdings in begrenzter Menge) verkaufen, um Kunden anzulocken. Auch dies ist dann ein Bestandteil Ihrer Preispolitik.

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Kalkulation und Preispolitik unter Martkbedingungen

Die Nachfrage- und Konkurrenzsituation geht nicht in die Preisgestaltung auf Basis der Kostenkalkulation mit ein. Deshalb besteht das Risiko, dass Sie sich aus dem Markt kalkulieren. Folglich entsteht in den meisten Unternehmen ein großer Bedarf, die Kosten zu managen bzw. zu steuern. Die Kostensteuerung setzt nicht einfach auf einer reinen Kostensenkung auf. Allerdings ist diese Kern des Kostenniveaumanagements, das zum Kostenmanagement zählt. Vielmehr bedeutet aber die Steuerung der Kosten, diese so zu beeinflussen, dass Leistungen zu am Markt vertretbaren Kosten entstehen. Insofern handelt es sich eigentlich um ein Kosten- und Leistungsmanagement. Ohnehin entstehen Kosten immer im Zusammenhang mit betrieblichen Leistungen. Deshalb gehört auch die Preispolitik des Unternehmens zu den zu berücksichtigenden Einflussfaktoren auf die Preis- und Kostengestaltung.

Kalkulation mit Kosten- und Leistungsrechnung für Dummies
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Probleme der KalkulationBesser ist es, die Kalkulation auf Basis der Vollkosten den typischen Marktpreisen der betrieblichen Leistungen gegenüber zu stellen. Letztlich wird das Unternehmen auf Dauer ohnehin nur die Preise realisieren können, die der Markt auch akzeptiert. Gerade diesen Aspekt berücksichtigt die Preispoltik des Unternehmens ohnehin. Letztlich kann eine Bildung von Preisen auf Basis der Vollkosten somit sinnvoll nur als Vergleichsmaßstab herangezogen werden, um zu prüfen, ob die Marktpreise ausreichen, um die Kosten einzuspielen.

Kostenrechnung als Basis der Preispolitik

Im Ergebnis sehen Sie, dass Sie nicht auf die Kostenrechnung verzichten sollen. Jedoch ist es sinnvoll, die Ergebnisse der Kostenrechnung mit den am Markt erzielbaren Preisen zu vergleichen. Ein mögliches Instrument hierzu können Sie mit dem Target Costing (Zielkostenmanagement) auf dieser Website kennenlernen. Gerade das Target Costing hat in den letzten Jahrzehnten eine große Verbreitung in der Wirtschaft gefunden. Denn es setzt direkt beim Kalkualtionsproblem aus der reinen Kostenrechnung an. Letztlich können Sie mit dem Zielkostenmanagement Produkte so gestalten, dass die entstehenden Kosten im Einklang mit der Zahlungsbereitschaft der Kunden stehen.

Hinzu kommt, dass für manche Fragestellungen auch eine Teilkostenrechnung sinnvolle Lösungen bietet. Insbesondere bei der Kalkulation zu Zusatzaufträgen sind die Fixkosten in der Regel nicht relevant, da sich mit dem Zusatzauftrag nur die variablen Kosten verändern. Auch dann rechnen Sie möglicherweise mit Preisen unterhalb Ihrer Vollkostenkalkulation.