Prozesskostenmanagement – Gemeinkosten

Das Prozesskostenmanagement entstand vor dem Hintergrund, die Gemeinkosten besser auf die Produkte verteilen zu können, als dies mittels der klassischen Zuschlagskalkulation gelingt. Dazu sind auch für die Gemeinkostenbereiche Bezugsgrößen zu finden, zu denen sich die Gemeinkosten proportional verhalten. Darüber hinaus soll idealerweise ein Zusammenhang zwischen diesen Bezugsgrößen und den Kostenträgern gefunden werden.

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Letztlich gliedert sich das Prozesskostenmanagement in vier aufeinander aufbauende Phasen:

Allerdings erstreckt sich das Prozesskostenmanagement lediglich auf Prozesse der indirekten Unternehmensbereiche. Dabei handelt es sich um jene Segmente, die im Unternehmen Gemeinkosten verursachen. Ohnehin nimmt die Bedeutung dieser Bereiche für das Unternehmen aufgrund wachsender Automatisierung und Internationalisierung weiter zu. Und gerade die Vielzahl der indirekten Leistungen, also all jener, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Produkt und Leistung erahnen lassen, drückt sich vor allem in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Einkauf, Logistik, Produktionsplanung und –steuerung, Qualitätssicherung, Vertrieb und Verwaltung aus.

Kostenstrukturen

Damit ergibt sich eine Verschiebung der Kostenstrukturen. Denn der Anteil der Einzelkosten an den Produktkosten sinkt zugunsten des Anteils der Gemeinkosten. Dadurch wächst die Gefahr, das Verursachungsprinzip der Kostenverteilung aus den Augen zu verlieren, wenn lediglich klassische Wertgrößen zur Kostenverrechnung herangezogen werden (Verteilung von Fertigungsgemeinkosten auf Basis von Fertigungseinzelkosten oder Verteilung der Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten auf Basis der Herstellkosten). Beispielsweise verrechnete Hewlett Packard bis Mitte der 80er Jahre die gesamten Gemeinkosten in prozentualem Verhältnis zum Fertigungslohn. Volumenabhängige Schlüsselgrößen wie Fertigungslohnstunden führten in anderen Fällen sogar zu Zuschlagssätzen von bis zu 1000%.

(Literaturhinweis: Georg, S.: Controlling im Mittelstand, Verlag Shaker, Aachen 2003, S. 97f.)

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Zwei Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der htw saar haben im Fach Kostenmanagement ein Lernvideo zum Prozesskostenmanagement erstellt, das bei YouTube hochgeladen ist. Darin zeigen Sie anhand eines durchgängigen Beispiels die gesamte Struktur dieses Verfahrens des Kostenmanagements anschaulich auf:

Das gezeigte Video ist mit der Software Camtasia aus dem Hause TechSmith erstellt.