PKR als Vollkostenrechnung

Das Prozesskostenmanagement basiert auf den Ergebnissen der Prozesskostenrechnung. Während das Prozesskostenmanagement sich auf die Beeinflussung und Steuerung von Prozessen konzentriert, dient die Prozesskostenrechnung dem Ausrechnen der Höhe der anfallenden Kosten. Dabei ist die Prozesskostenrechnung als Vollkostenrechnung konzipiert. Folglich bedient sie sich der klassischen Gliederung in Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung. Allerdings greift sie nicht in die Rechenprozesse der Kostenartenrechnung ein. Denn in erster Linie stellt sie eine Alternative zur klassischen Kostenstellenrechnung dar. Zwar verlangen die Befürworter der Prozesskostenrechnung keinen Ersatz der klassischen Kostenstellenrechnung. Aber letztlich handelt es sich bei der Prozesskostenrechnung um eine alternative Verrechnung der Gemeinkosten über Tätigkeiten, Teilprozesse und Hauptprozesse. Zusätzlich gibt es auch Auswirkungen auf die Kostenträgerrechnung im Hinblick auf die Kalkulation von Produkten, wenn Sie die PKR zur Verrechnung der Gemeinkosten nutzten.

Aufbau als Vollkostenrechnung

      1. Aus der Kostartenrechnung sind die jeweiligen Kostenträgereinzelkosten direkt in die Kostenträgerrechnung zu überführen.
      2. Die Kostenträgergemeinkosten sind hingegen aus der Kostenartenrechnung zunächst in die Kostenstellenrechnung zu verteilen. Dort bestimmen Sie für die direkten Unternehmensbereiche Gemeinkostenverrechnungssätze nach der klassischen Vorgehensweise. Dagegen ist für die indirekten Unternehmensbereiche jedoch eine Prozesskostenrechnung vorzuschlagen. Als indirekte Unternehmensbereiche gelten all jene Arbeitsplätze, die Leistungen erbringen, die nicht unmittelbar mit den marktfähigen Produkten in Verbindung zu bringen sind. Dazu gehört bspw. die Lohnbuchhaltung, die für ein Unternehmen zwar unverzichtbar ist, mit den auf dem Absatz angebotenen Produkten und Leistungen aber nichts zu tun hat. Generell eignen sich viele Verwaltungsaufgaben als indirekte Unternehmensbereiche. Für diese indirekten Unternehmensbereiche sollen die Gemeinkosten dann mittels zu berechnender Prozesskostensätze verteilt werden. Wie das genau geschehen kann, wird auf den folgenden Seiten dieser Website noch ausführlich erläutert.

Im Ergebnis sind sowohl die Einzelkosten als auch die Gemeinkosten auf die Produkte verrechnet. Deshalb handelt es sich um eine Vollkostenrechnung.

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(Literaturanmerkung: Kremin-Buch, Beate: Strategisches Kostenmanagement, Grundlagen und moderne Instrumente. 4. Auflage; Wiesbaden, Gabler, 2007, S. 40., und hier der Link zu Amazon: Strategisches Kostenmanagement: Grundlagen und Moderne Instrumente Mit Fallstudien (German Edition) )