Proaktives Kostenmanagement

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Proaktives Kostenmanagement wirkt im Unterschied zu reaktivem Kostenmanagement vorausschauend. Dabei weist es sechs verschiedene Merkmale auf.

Proaktives Kostenmanagement – Merkmale

Proaktives Kostenmanagement ist marktorientiert. Dabei berücksichtigt es die Kundenanforderungen und das Verhalten der Wettbewerber.

Auch erstreckt sich das proaktive Kostenmanagement über die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens und hat damit einen ganzheitlichen Charakter. Dieser drückt sich auch darin aus, dass alle Phasen des Produktlebenszyklus Berücksichtigung finden.

Zudem setzt es frühzeitig ein, so dass das Management gezielt Einfluss auf die Kosten ausüben kann.

Proaktives KostenmanagementBild von Tumisu auf Pixabay

Darüber hinaus zeichnet sich das proaktive Kostenmanagement durch Kontinuität aus. Das bedeutet, es handelt sich um eine dauerhafte Aufgabe, die eine kontinuierliche Verbesserung der Kostensituation anstrebt.

Damit diese ambitionierten Ziele realisierbar sind, dürfen nicht nur wenige Spezialisten eingebunden sein. Stattdessen handelt es sich um eine Aufgabe für alle Mitarbeiter auf den unterschiedlichsten Ebenen des Organigramms.

Und letztlich muss das Kostenmanagement funktionsübergreifend konzipiert sein.

Gestaltungsbereiche des proaktiven Kostenmanagements

Wer die 6 oben stehenden Merkmale beherzigt, kann sowohl Kosten planen, als auch Kosten steuern und Kosten kontrollieren. Somit können sowohl Produkte, als auch Prozesse und sogar Resourcen kostenoptimiert werden. Gerade dies funktioniert aber nur, wenn eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung steht. Und das ist durchaus gewährleistet. Denn neben den bewertenden Instrumenten der Prozesskostenrechnung oder der Lebenszykluskostenrechnung gibt es auch anregende Werkzeuge wie das Target Costing oder das Benchmarking.

Um letztlich aber die Ziele umsetzen zu können, muss das proaktive Kostenmanagement strukturell im Unternehmen verankert werden. Nur so lässt es sich wirkungsvoll umsetzen. Denn resultieren letztlich daraus sowohl das Kostenniveaumanagement als auch das Kostenstrukturmanagement.

Kostenniveaumanagement

Kostenniveaumanagement setzt an vielen organisatorischen Prozessen an. So fokussiert es beispielsweise die Reduktion von Leerzeiten (kurzfristig) oder die Anpassung der Kapazitäten (langfristig). Außerdem wirkt das Kostenniveaumanagement darauf hin, dass sich ein Unternehmen auf seine Kernkompetenzen konzentriert und nicht wertschöpfende Prozesse vermeidet. Aber auch die Automatisierung von Dienstleistungen oder die Vermeidung von Doppelarbeiten wirken sich auf das Kostenniveau unmittelbar aus. Letztlich steht beim Kostenniveaumanagement die Senkung der Kosten im Mittelpunkt.

Kostenstrukturmanagement

Dagegen setzt das Kostenstrukturmanagement auf andere wirkungsvolle Maßnahmen. So gilt die Flexibilisierung von Arbeitszeiten oder gar Beschäftigungsverhältnissen als strukturgebend für die Kosten. Auch die Flexibilisierung der Organisation und der Abbau von Verwaltungsebenen wirkt sich positiv aus. Aber auch das klassische Outsourcing als strategische Entscheidung zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug zählt zum Kostenstrukturmanagement als Teil eines proaktiven Kostenmanagements dazu.