Divisionskalkulation

Bei der Divisionskalkulation werden die einstufige und die mehrstufige Variante unterschieden. Beide Varianten zählen zur Kostenträgerstückrechnung und sind an bestimmte Produktionsvoraussetzungen gebunden.

Die einstufige Divisionskalkulation setzt voraus, dass die produzierte Leistungsmenge (des einzigen Produktes) vollständig abgesetzt werden kann, so dass es zu keinen Veränderungen eines Lagerbestandes kommt. In diesem Fall sind einfach sämtliche entstandenen Kosten auf die gesamte Leistungsmenge nach dem Durchschnittsprinzip zu verteilen. Der Ein-Produkt-Fall ist in der Praxis selten gegeben. Allerdings rechnen viele Handwerksbetriebe nach diesem Prinzip, nämlich genau dann, sobald sie ihre Leistungen über einen einzigen Stundensatz verrechnen. Denn in diesem Fall werden alle Kostenarten zunächst addiert (mit Ausnahme der kundenbezogenen Materialkosten, die dem Kunden gesondert in Rechnung zu stellen sind). Im Anschluss wird die Summe dieser Kosten als Kalkualtionsgrundlage der kundenspezifischen Aufträge zu einem Stundensatz verrechnet.

Genau aus dieser Vorgehensweise ergibt sich auch das Problem der Schwarzarbeit. Denn diese Stundensatzkalkualtion führt verständlicherweise zu relativ hohen Stundensätzen. Allerdings sehen viele Kunden diese hohen Stundensätze und vergleichen sie mit dem Stundensatz eines Schwarzarbeiters. Einmal davon abgesehen, dass Schwarzarbeit illegal ist, führt dieser Vergleich zu einer falschen Einschätzung. Denn der Stundensatz des Handwerksbetriebs enthält weitaus mehr als nur die Nettolöhne des Schwarzarbeiters.

Kosten- und Leistungsrechnung - Divisionskalkulation

Mehrstufige Divisionskalkulation

Bei der mehrstufigen Divisionskalkulation wird zwischen der produzierten und der abgesetzten Leistungsmenge unterschieden; mithin ist es möglich, dass es zu Lagerbestandsveränderungen kommt. Die produzierten Mengeneinheiten haben die Herstellkosten zu tragen, die abgesetzten Leistungseinheiten auch noch zusätzlich die Verwaltungs- und Vertriebskosten. In beiden Fällen erfolgt die Kalkulation durch Division der zu berücksichtigenden Kosten durch die zu berücksichtigende Leistungsmenge. Die mehrstufige Variante ist somit in der Praxis noch seltener anzutreffen, da die Produktionsvoraussetzungen in der Regel nicht erfüllt sind.

Quelle: Kosten- und Leistungsrechnung kompakt: Einführende Darstellung mit 48 Aufgaben