Controlling

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Controlling und Kostenmanagement sind sehr eng miteinander verbunden. Um die Zusammenhänge richtig zu verstehen, sollten Sie sich zunächst damit vertraut machen, welche Aufgaben das Controlling im Unternehmen übernimmt.

Was macht ein Controller?

Das Wort Controlling kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „kontrollieren“ oder „regeln“. Das ist auch schon im Wesentlichen die Aufgabe eines Controllers: Er kontrolliert die Einhaltung der Unternehmensziele, macht das Unternehmensgeschehen für das Management transparent und erleichtert somit Führungsentscheidungen.[1] Er ist sozusagen die rechte Hand der Unternehmensleitung und berät diese bei strategischen und operativen Entscheidungen.

Aufgaben eines Controllers

Die Aufgaben eines Controllers lassen sich über die folgenden Teilbereiche definieren:

  • Planung: insbesondere Budgetierung für Abteilungen und/oder Projekte
  • Information: regelmäßige Berichterstattung gegenüber dem Management über die aktuelle Unternehmensentwicklung
  • Kontrolle: Zielabweichungsanalyse (wo und warum wird vom Unternehmensziel abgewichen?)
  • Steuerung: Einleiten von Gegenmaßnahmen (gegebenenfalls die Unternehmensziele neu definieren), Aufstellen von Prognosen[2]
Controllingkreislauf / Managementkreislauf

Controllingkreislauf / Managementkreislauf

 

Zu diesen grundlegenden Aufgabenfeldern gehört unter anderem das Aufbereiten von Zahlen und das Übermitteln der Ergebnisse an das Management, das Planen und Umsetzen strategischer Maßnahmen wie beispielsweise die Umsetzung von Einsparpotenzialen, das Etablieren und Kontrollieren von Betriebsabläufen, das Analysieren und Optimieren von Schwachstellen und das Durchführen von Soll-Ist-Vergleichen.[3]

Ganz allgemein dreht sich bei dem Controller also alles um Zahlen und Statistiken, genauer: das Erfassen, Aufbereiten und Auswerten von Daten, um Einsparpotenziale aufzudecken und Chancen zur Weiterentwicklung des Unternehmens zu identifizieren. All das dient der Gewährleistung einer möglichst wirtschaftlichen und effizienten Arbeitsweise des Unternehmens zum Erreichen der Unternehmensziele. Und damit ist das Kostenmanagement ein Teil des Controllingprozesses.

Es kann unterschieden werden zwischen dem operativen Controlling, das sich überwiegend mit Wirtschaftlichkeit und Rentabilität (Budgetverwaltung) befasst, und dem strategischen Controlling, bei dem nach neuen Potenzialen für das Unternehmen gesucht und Kosten und Risiken abgewogen werden.[4]

Controllingkreislauf

Voraussetzungen für Controller

Die wichtigsten Voraussetzungen, um als Controller arbeiten zu können, sind entsprechende Kenntnisse im Rechnungswesen (Buchführung und Kostenrechnung) sowie grundsätzlich im Bereich der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre. Diese setzen eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich (mit Weiterbildung zum Controller) bzw. ein erfolgreich absolviertes Studium in Wirtschaft (BWL, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik) mit entsprechendem Schwerpunkt voraus. Außerdem erforderlich ist ein sicherer Umgang mit Excel, soziale Kompetenz, analytische Fähigkeiten, logisches Denkvermögen und eine vorausschauende und sorgfältige Arbeitsweise.

Sinnvoll ist ebenso die Fähigkeit, Trends und Entwicklungen wahrzunehmen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu schließen, um so für das Unternehmen Vorteile zu schaffen (wie beispielsweise durch Vermarktung neuer Produkte oder Umstrukturierung). Das ist allerdings eine Fähigkeit, die sehr viel mit Erfahrung zusammenhängt.

Hilfreich kann es zudem sein, wenn man kommunikations- und teamfähig ist, Ergebnisse präsentieren kann und über ein gewisses Durchsetzungsvermögen verfügt (um das Management von seinen Ideen zu überzeugen). Je nach Unternehmen können gute bis sehr gute Englischkenntnisse von Nöten sein.

Funktion des Controllings im Unternehmen

Controller haben im Unternehmen eine tragende Funktion. Sie sind von großer Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes. Auch hierdurch wird die besondere Rolle des Kostenmanagements deutlich. Denn mit der Gestaltung und Steuerung der Kosten kann maßgeblich Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit ausgeübt werden. Aufgrund starker wirtschaftlicher und technischer Veränderungen müssen sich Controller einem immer höheren Entscheidungsrisiko stellen und durch die Digitalisierung eine große Menge an Daten bewältigen. Somit entstehen immer wieder Innovationen im Controlling.

In manchen Unternehmen haben Controller einen mangelhaften Ruf, da sie oft im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Einsparungen veranlassen (müssen), aus denen Entlassungen resultieren können. Diese Einsparungen steigern jedoch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und führen somit wiederum zu mehr Chancen zur Erhaltung oder zum Ausbau von Arbeitsplätzen. Aber Controlling muss nicht immer automatisch Kostensenkung bedeuten. Die Steuerung der Wirtschaftlichkeit und Rentabilität kann auch zu einem Kostenmanagement im Sinne eines Kostenstrukturmanagements oder Kostenverlaufsmanagements führen.

Literatur zum Controlling

[1] M. Kinkel: „Controller: alles über Jobs, Gehalt, Ausbildung“, in: MONSTER, URL: https://www.monster.de/karriereberatung/artikel/controller-42476, abgerufen am 28.12.2019

[2] K. Koch: „Aufgaben Controlling – Was macht das Controlling?“, in: campusjäger, URL: https://www.campusjaeger.de/karriereguide/berufswelt/aufgaben-controlling, abgerufen am 28.12.2019

[3] O.V.: „Infos zum Berufsfeld Controlling“, in: absolventa, URL: https://www.absolventa.de/jobs/channel/controlling/thema/beruf, abgerufen am 28.12.2019

[4] Absolventa.de

Weitergehende Literaturempfehlung zum Controlling

Georg, Stefan: Das Taschenbuch zum Controlling, ISBN 978-3746757513

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