Grundlagen Kostenrechnung

Die Kostenrechnung (auch Kosten- und Leistungsrechnung, KLR) liefert als Teil der BWL die Datengrundlage für ein funktionierendes Kostenmanagement. Deshalb muss jeder, der BWL (Betriebswirtschaftslehre) studiert, sich mit dem Thema Kostenrechnung auseinandersetzen. In vielen Studiengängen zur BWL ist die KLR bereits in den ersten Semestern Thema. Dabei gelten 60 Unterrichtsstunden meist als absolutes Minimum, um die Bedeutung der Kostenrechnung für die BWL auch angemessen würdigen zu können.

Arbeitet die Kostenrechnung korrekt?

Damit Sie Kosten analysieren und steuern können, müssen Sie sich zunächst davon überzeugen, dass Ihr Kostenrechnungssystem korrekt arbeitet. Deshalb erhalten Sie in diesem Kapitel Hinweise

      1. zur Definition von Kosten,
      2. zum Aufbau und zu den Teilgebieten der Kostenrechnung,
      3. zur Kostenartenrechnung,
      4. zur Kostenstellenrechnung (inkl. Betriebsabrechnungsbogen BAB) und zur
      5. Kalkulation.

Der Begriff der Kosten in der Betriebswirtschaftslehre unterscheidet sich vom Kostenbegriff der deutschen Allgemeinsprache, in der Kosten häufig mit Auszahlungen und Ausgaben gleich gesetzt werden. Hingegen sind Kosten in der Kostenrechnung als Teilgebiet der BWL nicht an Zahlungen gebunden. Deshalb ist es unerlässlich, dass Sie sich zunächst mit den Begrifflichkeiten der Betriebswirtschaftslehre auseinandersetzen, bevor Sie in die Thematik der Kostenrechnung und Kostensteuerung einsteigen.

Abgrenzung der Kostenrechnung von Bilanzierung und Buchführung

Die Kostenrechnung können Sie sehr einfach von der Buchführung und der Bilanzierung abgrenzen. Während Sie für die Buchführung Buchungssätze formulieren und die Regelungen der doppelten Buchführung einhalten müssen, sind Sie in der Kostenrechnung frei von entsprechenden Regelungen. Natürlich dienen die Buchungssätze dazu, das Konzept der doppelten Buchführung umsetzen zu können und Buchungsfehler zu vermeiden. Damit wird letztlich eine korrekte Bilanzierung gewährleistet.

Aber bei Buchführung und Bilanzierung handelt es sich um gesetzlich vorgeschriebene Rechnungen. Dagegen handelt es sich bei der Kostenrechnung um eine freiwillige Rechnung, ganz ohne Buchungssätze, ohne für die Bilanzierung typischen Gesetze und mit dem Ziel, die tatsächliche Situation des Unternehmens in den Kosten korrekt abzubilden.

Kosten und Produktionsfaktoren der BWL

Mit diesen Kenntnissen zum Aufbau von Kostenrechnungssystemen sind Sie in der Lage, alle relevanten Informationen zu Einzel- und Gemeinkosten, zu variablen und zu fixen Kosten zusammenzustellen, so dass Sie Ihre Kosten in der Praxis beeinflussen können. Dabei sollten Sie immer daran denken: Kosten fallen nicht vom Unternehmenshimmel, sondern Sie entstehen aufgrund der betrieblichen Nutzung der Produktionsfaktoren. In der BWL spricht man von Produktionsfaktoren und meint damit die menschliche Arbeit, die Werkstoffe (Materialien) und die Betriebsmittel (Anlagen), die so von den Unternehmen zu kombinieren sind, dass ein Mehrwert für den Kunden entsteht.

Folglich, wenn Sie Kosten verändern wollen, müssen Sie Prozesse oder Leistungen verändern. Damit hängt das Kostenmanagement unmittelbar mit dem Leistungsmanagement zusammen. Kosten und Leistungen bilden in der BWL somit eine Einheit. Deshalb spricht man hier auch oft von der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR), statt nur den Begriff Kostenrechnung zu verwenden.

Wenn Sie diese Informationen verinnerlichen, sind Sie in der Lage ein Kostenrechnungssystem, bestehend aus Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung, aufzubauen.

Grundlagen Kostenrechnung zur Kostenanalyse

Wenn Ihnen diese Informationen zur Kostenrechnung bereits hinreichend bekannt sind, können Sie das Kapitel auch gerne überspringen. Denn dann steht dem Einsatz eines wirkungsvollen Kostenmanagements zur Kostenanalyse und Kostensteuerung nichts mehr im Wege. Alternativ können Sie im folgenden Taschenbuch zur Kostenrechnung auch einen schnellen Überblick zur Kosten- und Leistungsrechnung erhalten:

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Typische Kostenarten und Kostenkategorien

Auf jeden Fall sollten Sie variable Kosten von fixen Kosten und Einzelkosten von Gemeinkosten unterscheiden können:

Einerseits verändern sich variable Kosten mit der Beschäftigung, d.h. der Leistungsmenge. Dabei steigen in der Regel die variablen Kosten mit der Beschäftigung. Dagegen sind Fixkosten von dieser unabhängig. Meist fallen sie sogar dann an, wenn die Leistungmenge Null ist.

Einzelkosten lassen sich verursachungsgerecht einem Kalkulationsobjekt (z.B. einem Produkt) zuordnen. Dagegen müssen Gemeinkosten auf dieses Kalkulationsobjekt geschlüsselt (verteilt) werden, da hier das Verursachungsprinzip nicht greift. Ergänzend spricht man von unechten Gemeinkosten, wenn eigentlich Einzelkosten vorliegen, der Erfassungsaufwand aber so hoch ist, dass die Kosten als Gemeinkosten verrechnet werden. Beispielsweise ist diese Herangehensweise häufig bei Hilfsstoffen zu beobachten. Dabei sind Hilfsstoffe eigentlich Rohstoffe (fließen in das Produkt ein), spielen wertmäßig aber keine große Rolle.

Schließlich können Sie eine erste Einordnung des Themas Kosten in das Betriebliche Rechnungswesen der folgenden Grafik entnehmen. Demnach gehören Kosten zu den Strömungsgrößen.

Grundlagen Kostenrechnung

In der Praxis gibt es viele Gesellschaften, die sich auf die Beratung von Unternehmen im Hinblick auch die Kostenrechnung und das Controlling spezialisiert haben. Diese Unternehmen helfen dabei, eine Kostenrechnung als Teil der BWL aufzubauen.

 

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