Kalkulation – Kostenträgerrechnung

Die Kostenträgerrechnung heißt häufig auch Kalkulation und beantwortet die Frage „Wofür sind Kosten entstanden?“. Dabei handelt es sich meist um eine Kostenschätzung auf Basis von Plankosten. Im Vordergrund steht meist die Produktkalkulation bzw. Leistungskalkulation.

Kalkulation und Kostenträgerrechnung

Werden die (marktfähigen) betrieblichen Leistungen als Kalkulationsobjekt herangezogen, spricht man auch von der Kostenträgerstückrechnung. Davon abzugrenzen ist die Kostenträgerzeitrechnung, die mehr die Berechnung des Betriebsergebnisses im Blick hat. Sie erfolgt auf Basis des Umsatzkostenverfahrens oder des Gesamtkostenverfahrens. Beide Methoden sind im Handelsgesetzbuch dargestellt. Somit weist diese Rechnung Elemente auf, die zum externen Rechnungswesen passen.

Kalkulation als Teil der Kostenrechnung
Buch-Link zu Amazon

Kalkulation und Kostenschätzung der Leistungen

Die Durchführung von Kalkulation und Kostenschützung kann vor, während oder nach der Leistungserbringung erfolgen. In diesem Fall spricht man von der Vor-, der Zwischen- oder der Nachkalkulation. Während die Vorkalkulation auf Grundlage von Normal- oder Sollkosten erfolgt und als Orientierungshilfe bei der Preisfindung dient, liegen für die Zwischenkalkulation und erst recht für die Nachkalkulation auch berKalkulationeits Ist-Kosten vor, die eine Kontrolle und Steuerung der Kosten ermöglichen. Somit erfolgt die Vorkalkulation auf Basis von Plankosten und entspricht der Reinform der Kostenschätzung. Dagegen ist insbesondere die Nachkalkulation eng mit der Aufgabenstellung im Controlling verbunden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Kostenträgerrechnung

    1. als Grundlage der Bewertung der Lagerbestände (Halb- und Fertigfabrikate, selbsterstellte Anlagen) als Kostenträgerstückrechnung auf Vollkostenbasis,
    2. als Grundlage der Planung und der Kontrolle des Periodenerfolgs (kurzfristige Erfolgsrechnung nach dem Gesamtkosten- oder dem Umsatzkostenverfahren als Kostenträgerzeitrechnung) und
    3. der Bestimmung preispolitischer Entscheidungen (z.B. zur Bestimmung kurzfristiger oder langfristiger Preisuntergrenzen) als Kostenträgerstückrechnung auf Teilkostenbasis dient.

Verfahren von Kalkulation und Kostenschätzung

Zur Durchführung der Kostenträgerstückrechnung existieren verschiedene Kalkulationsmethoden, die sich grundsätzlich den nachfolgend dargestellten Hauptformen zuordnen lassen, wobei die Wahl der richtigen Kalkulationsmethode nicht willkürlich erfolgen darf, sondern von der gegebenen Leistungserstellung abhängt.

Die Divisions- und die Äquivalenzziffernkalkulation benötigen beide in der betrieblichen Praxis nur selten anzutreffende Produktionsvoraussetzungen. Es handelt sich um die einfachsten Formen der Kostenschätzung. So sind Ein-Produkt-Unternehmen (für die Divisionskalkulation) ebenso selten anzutreffen wie reine Sortenfertiger (für die Äquivalenzziffernkalkulation). Allerdings spielt die Divisionskalkulation in manchen Handwerksbetrieben eine Rolle. Und die Äquivalnzzifeernkalkulation lässt sich bei Kuppelprozessen einsetzen.

Von einem Kuppelprozess spricht man immer dann, wenn aus einem Leistungserstellungsprozess mindestens zwei Produkte entstehen, auch dann, wenn das zweite Produkt ein Abfallprodukt ist. (Beispielsweise werden aus Kirschen sowohl entkernte Kirschen, die dem Hauptprodukt entsprechen, als auch Kirschkerne, die dem Nebenprodukt entsprechen.) Allerdings fallen neben den Kosten des reinen Kuppelprozesses in der Regel noch weitere Kosten an, die mit einer Kuppelkalkulation alleine nicht korrekt berücksichtigt werden können.

Als Regelkalkulation kommt üblicherweise eine Form der Zuschlagskalkulation zum Einsatz, wobei die Maschinenstundensatzrechnung eine Spezialform der Zuschlagskalkulation darstellt. Außerdem ist hier die Lohnzuschlagskalkulation zu nennen, die ebenfalls als Sonderform der Zuschlagskalkulation anzusehen ist. Gerade die Zuschlagskalkulation setzt die Trennung der Kosten in Einzelkosten und Gemeinkosten voraus und ermöglicht so eine differenzierte Kostenschätzung.

Quelle: Stefan Georg: Kosten- und Leistungsrechnung kompakt: Einführende Darstellung mit 48 Aufgaben (Link zu Amazon)

Comments are closed.