Value Control Chart

Mittels eines Zielkostendiagramms (Value Control Chart, Kostenkontrolldiagramm) können Bedeutungsgrade und Kostenanteile in Beziehung zueinander gesetzt werden. Dabei wird der Bedeutungsgrad einer Komponente dem Istkostenanteil der Komponenten an den Produktzielkosten gegenüber gestellt. Im Idealfall entspricht der Bedeutungsgrad einer Komponente gerade seinem Zielkostenanteil. Abweichungen vom Idealfall werden im Rahmen einer Zielkostenbandbreite zugelassen. Je höher der Bedeutungsgrad einer Komponente ist, desto geringer sollte die erlaubte (relative) Abweichung vom Idealfall sein, da diese Komponente entsprechend massive Auswirkungen auf das Gesamtprodukt hat.

Liegen die Zielkostenwerte außerhalb der zulässigen Zone, sind Maßnahmen der Kostensenkung bzw. der Funktionsoptimierung innerhalb des Zielkostenmanagements erforderlich.

(Literaturhinweis: Georg, S.: Controlling im Mittelstand, Aachen 2003, S. 121.)

Value Control Chart

(Literaturhinweis: Kremin-Buch: Strategisches Kostenmanagement, Abb. 28 Seite 142.)

Erläuterungen zum Kostenkontrolldiagramm (Value Control Chart):

    1. Für Komponenten oberhalb der Zielkostenzone ist eine Kostenreduzierung erforderlich.
    2. Zielkostenzone: Komponenten, die sich in dieser Zone befinden, sind optimal positioniert
    3. Für Komponenten unterhalb der Zielkostenzone ist grundsätzlich eine Kostensteigerung möglich.

Beispiel:

Ein Produkt habe Produktzielkosten von 200 Euro. Das Produkt bestehe aus verschiedenen Komponenten, darunter die Komponente K1, für die ein Bedeutungsgrad von 30% ermittelt wurde. Die Ist-Kosten des Produktes betragen derzeit 250 Euro, wovon 75 Euro auf die Komponente K1 entfallen. Zur Erstellung des Zielkostendiagramms ist dann der Bedeutungsgrad der Komponente K1 von 30% mit dem Ist-Kostenanteil an den Produktzielkosten (75 Euro durch 200 Euro = 37,5%) zu vergleichen. Der Bedeutungsgrad von 30% ist somit kleiner als der Istkostenanteil an den Produktzielkosten von 37,5%, so dass im Value Control Chart ein Punkt oberhalb der Ideallinie eingetragen wird. Je nach dem, wie breit der Toleranzbereich gewählt wurde, ist in diesem Beispiel von einem Kostenreduktionsbedarf auszugehen.

Zielkosten-Lücke im Value Control Chart

Annahme: Zur Bestimmung der Zielkostenlücke wird das Beispiel des Fahrrads zu Grunde gelegt: Die Istkosten laut Vorkalkulation betragen 240 Euro für das Fahrzeug, die sich wie in der Tabelle angegeben auf die Komponenten verteilen. Als Produktzielkosten wurden 210 Euro festgesetzt. In der folgenden Tabelle wurden die Istkosten auf die Komponenten verteilt. Die Zielkosten wurden nach dem Schlüssel Kundennutzen auf die Komponenten verteilt. Diese Vorgehensweise bezeichnet man auch als Zielkostenspaltung. Im Ergebnis erhält man die komponentenbezogenen Über- bzw. Unterdeckungen.

Zielkostenlücke

Zur Schließung der Zielkostenlücke bieten sich folgende Ansatzpunkte für kostensenkende Maßnahmen an:

    1. Produktbezogene Kostensenkungspotenziale: Änderung der Konstruktion, des Funktionsumfangs oder der Komplexität des Produkts
    2. Kostenstellenbezogene Kostensenkungspotenziale: Rationalisierung, Beschäftigungsanpassung
    3. Ablaufbezogene Kostensenkungspotenziale: Flexibilisierung des Fertigungssystems, Reihenfolge der Arbeiten ändern
    4. Kostensenkungspotenziale bei der Beschaffung: Preisverhandlungen, Lieferantenwechsel