Zielkostenindex berechnen

Für jede Komponente ist nun ein Zielkostenindex zu bestimmen, den man als Quotient von Kundennutzen und Kostenanteil der Komponente berechnet:

Berechnung Zielkostenindex Target Costing

In diesem Beispiel ergänzen sich sowohl der Kundennutzen als auch der Kostenanteil jeweils zu 100%. Das bedeutet, dass das Produkt an sich zu den richtigen Gesamtkosten hergestellt wird. Innerhalb des Produktes sind jedoch einzelne Komponenten zu teuer und andere wiederum zu preiswert realisiert. Das ist natürlich eine absolute Ausnahmesituation. In der Regel entsprechen die Produkt-Zielkosten nicht exakt den Produkt-Istkosten. Wenn das Produkt insgesamt zu teuer in der Herstellung ist, dann ergänzen sich die Kostenanteile der Komponenten zu mehr als 100%, denn zur Berechnung der Kostenanteile sind stets die Istkosten einer jeden Komponente zu den Zielkosten des Gesamtproduktes ins Verhältnis zu setzen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie die Istkosten der Komponenten nicht mit den Istkosten des Gesamtproduktes, sondern mit den Zielkosten des Gesamtproduktes vergleichen. Ansonsten wird bei der Berechnung des Index-Wertes nicht deutlich, dass Kosteneinsparungen notwendig sind: Betrachten Sie dazu ein Produkt, das doppelt so viel kostet (30 Euro), wie es dürfte (15 Euro). Das Produkt bestehe aus 2 Komponenten A und B, deren Kundennutzen im Verhältnis 2 zu 1 stehen. Wenn die Komponente A derzeit Istkosten von 20 Euro und die Komponente B derzeit Istkosten von 10 Euro ausweist, dann ist zwar das richtige Kostenverhältnis gegeben (nämlich 2 zu 1), beide Komponenten sind aber dennoch um 100% zu teuer, das heißt, der Index muss den Wert 2,0 annehmen. Das erreichen Sie nur, wenn Sie die Istkosten der Komponenten an den Zielkosten des Produktes messen. In der gängigen Literatur ist die Berechnung leider häufig falsch dargestellt. Deshalb achten Sie heriauf besonders.

Bedeutung des Zielkostenindex

Der Index gibt an, bei welchen Komponenten Maßnahmen zur Kostensenkung durchgeführt werden sollen:

    1. Zielkostenindex < 1: Die Kosten der Komponente sind in Relation zum Kundennutzen zu hoch. Bei diesen Komponenten sind Einsparungen vorzunehmen, ohne dass dadurch die Marktchancen des Produktes beeinträchtigt werden. Hier geht es um die Verwirklichung klassischer Kostensenkungspotenziale.
    2. Zielkostenindex = 1: Idealfall, optimales Verhältnis von Kundennutzen der Komponente und Anteil der Komponentenkosten an den Gesamtkosten des Produktes. Sicherlich ist dieser Fall nur sehr selten zu beobachten.
    3. Zielkostenindex > 1: Der Kundennutzen der Komponente ist größer als ihr Anteil an den Kosten des Produktes. Die Kosten sind vertretbar. Wenn Sie hier Verbesserungen der Produktqualität vorantreiben, haben Sie gute Aussichten, die dadurch entstehenden Zusatzkosten an den Kunden weitergeben zu können.